Noch mehr Tomaten!

0 08.10.2020

Aus Hanau hat sich der Im-Herzen-immer-noch-Borbecker Franz-Josef Gründges gemeldet. Der hatte nämlich keine Tomaten auf den Augen, sondern in der vergangenen Woche den „Bummel mit Monica“ gelesen, und eine Erklärung parat für die Redewendung mit den Tomaten.

Die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: „Die Tomate stammt aus Ecuador. Sie ist ursprünglich so groß wie eine Blaubeere, um in der Folge auf Kirschengröße anzuwachsen. Von Mexiko kommt die Unkraut-Tomate im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst nur als giftige Zierpflanze unter dem Namen Liebesapfel oder Paradiesapfel bekannt wird und erst im 19. Jahrhundert zum Verzehr genutzt wird. Redensarten über die Tomate wie „treulose Tomate“, „rot wie eine Tomate werden“ oder „faul wie eine Tomate sein“ stammen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Die „treulose Tomate“ könnte sich auf die Italiener im 1. Weltkrieg beziehen. Das Vorurteil wird mit der Tatsache, dass Italiener viele Tomaten anbauen und essen, in Verbindung gebracht. Daran erinnert die seinerzeit gebräuchliche Bezeichnung „Treubruchnudeln“. (Am Rande: Am 23. Mai 1915 trat Italien trotz eines gültigen Bündnisses gegen Österreich-Ungarn in den Ersten Weltkrieg ein. Im Manifest vom 23. Mai 1915 An Meine Völker! sagte dazu Kaiser Franz Josef: „Der König von Italien hat mir den Krieg erklärt.)

Eine lebenspraktische Deutung der Redensart bezieht sich auf die Röte übermüdeter Augen, mit denen man nicht mehr gut sehen kann. Eine historische Erklärung führt ins mittelalterliche Spanien, wo Verräter, Ehebrecher oder kleine Diebe mit dem Gerichtsurteil „Tomates en los ojos“ belegt wurden. Ihnen wurden tatsächlich Tomaten auf die Augen gebunden, mit denen sie dann lange Zeit in der Öffentlichkeit herumlaufen mussten. Eine öffentliche Demütigung wie sie nicht nur im Mittelalter gebräuchlich war.“

Mein lieber Scholli! Jetzt wissen wir aber genau Bescheid.

"Bleiben Sie gesund in diesen Tagen!“, wünscht Ihre und Eure Monica

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