Mit Nelken schmeckt Lebkuchen besonders gut

Und außerdem sind sie ein Hausmittel gegen Zahnschmerzen

0 03.12.2021

Weite Verbreitung in der Weihnachtsbäckerei finden auch Gewürznelken. Jeder kennt diese an einen Nagel erinnerten getrockneten Dinger, die auch im Rotkohl oder Sauerkraut Verwendung finden. Beißt man versehentlich auf eine Nelke, wird man den brennend scharfen Geschmack nie mehr vergessen.

Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaumes. Der Baum wird zehn bis 20 Meter hoch und ist immergrün. Seine Blätter sind etwa acht Zentimeter lang und ganzrandig. Die Blüten stehen zu mehreren zusammen (so genannte Trugdolden). Ihr Fruchtknoten ist ein Zentimeter lang und fleischig. Er ist mit zahlreichen Öldrüsen versehen. Die vier weißen Blütenblätter fallen beim Aufblühen ab. Lässt man die Blüte reifen, entsteht eine längliche rote Beere.

Die Blütenknospen werden kurz vor dem Aufblühen gepflückt und getrocknet. Dabei erhalten sie ihre dunkelbraune Farbe.

Beheimatet ist der Gewürznelkenbaum auf den Molukken, später wurde er in Indien, auf Mauritius, in Sansibar und auf Madagaskar und in Ostafrika angebaut. Mittlerweile werden Gewürznelken weltweit angebaut.

In Europa sind Gewürznelken seit dem frühen Mittelalter bekannt. Auf den Handel hatten lange Zeit die Niederländer ein Monopol, die die Pflanze von den Molukken verschifften.

Gute, frische Nelken erkennt man daran, dass sie sich fettig anfühlen und etwas Öl absondern, wenn man mit dem Fingernagel gegen ihren Stiel drückt. Auch der Schwimmtest gibt Aufschluss über die Qualität: Hochwertige Nelken sinken in Wasser oder stellen sich zumindest senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Schlechte, d.h. mehr oder weniger entölte Nelken schwimmen waagerecht auf der Wasseroberfläche.

Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 Prozent ausmacht. Sie bestehen im wesentlichen aus 70 bis 85 Prozent Eugenol, das auch in Zimt vorkommt. Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein.

In der Küche werden Gewürznelken – vorsichtig dosiert – zum Würzen von Marinaden, Soßen, Wurst-, Fleisch- und Fischgerichten Lebkuchen und anderem verwendet. Sie sind auch Bestandteil von Currypulver. Mit dem Öl wird nicht nur gewürzt. Es findet auch in der Parfümindustrie Verwendung.

Bild oben: Der Nelkenbaum kann bis zu 20 Meter hoch werden. Die Abbildung stammt aus dem nur noch im Antiquariat erhältlichen Buch „Nutzpflanzen in Farbe“ aus dem Jahr 1967

Zum kleinen Bild: Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums. In Verbindung mit einer „gespickten“ Orange duften sie besonders aromatisch.

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