Mit Mimikry das Überleben sichern

Die Hummel-Schwebfliege ist ein moppeliges Prachtexemplar aus der Familie der Schwebfliegen

0 03.08.2023

Ein seltsames Geschöpf. Das Hinterteil gleicht ein wenig dem einer Hummel, am Kopf schaut es eher wie eine Schmeißfliege aus. Auffällig ist die gefiederte Fühlerborste zwischen den Augen. Bei diesem moppeligen Prachtexemplar handelt es sich um die Gemeine Waldschwebfliege (Volucella pellucens).

Die Familie der Schwebfliegen ist groß. Weltweit umfasst sie 6000 Arten, davon gibt es rund 600 in Europa, 450 in Deutschland. Der Name „Schwebfliege“ stammt von ihrer Flugtechnik, denn die kleinen Insekten können im Schwirrflug mit einer sehr hohen Schlagfrequenz ihrer Flügel praktisch in der Luft schweben.

Die Arten der Gattung Volucella werden als "Hummel-Schwebfliegen" bezeichnet, weil sie manchen Hummelarten recht ähnlich sehen und sich durch diese Nachahmung (die Biologen sagen: Mimikry) vor hungrigen Vögeln zu schützen suchen.

Bis zu 18 Millimeter lang können Fliegen dieser Gattung werden. Stirn und Kopf sind so wie die Mundwerkzeuge und die Fühler rötlich-gelb. Schaut man genau hin, sieht man auch die gefiederten Borsten der Fühler. Weinrot sind die großen Facettenaugen. Schwarz glänzend ist der mittlere Teil des Rückens, dann folgt ein rostbraunes Rückenschildchen, dem folgt wiederum Richtung Hinterleib ein elfenbeinfarbiges Segment. Der Rest des Hinterleibs ist schwarz. Sehr hübsch: Die ansonsten transparenten Flügel haben in der Mittel einen auffällig dunklen Streifen oder Flecken.

Die erwachsenen Waldschwebfliegen (so genannte Imagines) sind vegetarisch. Sie lieben Blüten von Holunder, Hartriegel, Liguster etc. Der Grund: Die Waldschwebfliegen haben keine langen Mundwerkzeuge und um bei diesen Blüten an den Nektar zu kommen, reichen ihre kurzen.

Schwebfliegen stechen nicht

Zur Eiablage suchen die Weibchen der Gemeinen Waldschwebfliege meist Wespennester, mitunter auch Hummelnester zur Eiablage auf. Durch ihre Tarnung fliegen sie bei ihrem Treiben nicht auf. Die Larven dann, die aus den Eiern schlüpfen ernähren sich vom Abfall und von den toten Tieren im Insektennest. Die Larven brauchen Eiweiß.

Naht der Winter verkriechen sich die Larven im Boden. Im nächsten Frühjahr dann, geht die nächste Generation der Gemeinen Waldschwebfliege auf Partnersuche. Besonders die Männchen scheinen dabei in der Luft an Ort und Stelle zu schweben. Sie nutzen diese Fähigkeit, um sich nach einem Weibchchen umzuschauen.

Übrigens: Um Schwebfliegen von Wespen, Hummeln, Hornissen zu unterscheiden, muss man lediglich die Anzahl der Flügel zählen. Die Schwebfliegen haben nur ein Flügelpaar – und sie stechen niemals. Wespen, Bienen, Hummeln haben zwei Flügelpaare, also vier Flügel.

Zum Bild: Ein Pummelchen unter den Schwebfliegen ist die Gemeine Waldschwebfliege. Foto flora

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