Mit einem Tütchen Wildkräutersamen die Welt retten?

0 18.07.2021

„Die Mainzelmännchen kommen“: Wenn dieser Ruf im Treppenhaus ertönte, gab es kein Halten mehr bei uns Kinder. Den Abendbrot-Tisch ließen wir Abendbrot-Tisch sein, die wütende Mutter, wütende Mutter. Wir rannten runter zum „Oppa“. Der hatte nämlich schon einen Fernseher und da kamen die Mainzelmännchen. Ein paar Jährchen später staunten wird über das möhrenfarbene Gesicht von Tagesschau-Sprecher Karl-Heinz Köpcke.

Mit dem Farbfernseher und den Abendnachrichten schwappten ab dieser Zeit auch Meldungen über Naturkatastrophen in unser Wohnzimmer: Lawinen, Schlammlawinen, Erdstürze, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Überschwemmungen durch sintflutartige Regenfälle, Trockenheit, Feuer, Hunger, Angst, Elend, Not und Tod. Klein-Monica fand die Bilder faszinierend und grausam. „Kann das auch hier passieren?“ war stets ihr bange Frage. Muttern strich ihr sanft über den Kopf und sagte: „Nein“. Das reichte damals, um ruhig einschlafen zu können.

Was machen wir jetzt? Weiterschlafen? Im Erdkunde-Leistungskurs 1978/1979 – Monicas Lieblingsfach – waren Umweltthemen Schwerpunkte des Unterrichts. Bodenerosion, Monokulturen, Flächenverbrauch, Versiegelung der Landschaft, das sorglose Bebauen der Flussauen im großen Stil und so weiter und so weiter.

Heute drückt man dem Bürger zur Beruhigung ein Tütchen Wildkräutersamen in die Hand. Ob es wirkt?

Bis zur nächsten Woche Ihre und Eure Monica

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