Mit Appetit auf Brennnesseln

Raupen des C-Falters sind auf „Unkraut“ angewiesen

0 03.07.2020

Sein Name ist eigentümlich. Benannt wurde der hübsche rotbraune Schmetterling mit den dunklen Tupfen nach einem weißen Zeichen, das man nur auf der Unterseite seiner Flügel sehen kann und das an ein C erinnert.

Der C-Falter (lat. Polygonia c-album) zählt zu den ersten Schmetterlingen, die sich im Frühjahr ins Freie wagen. Die kalte Jahreszeit hat der schöne Schmetterling in Winterstarre verbracht — nah beim Menschen,etwa in einem Keller, Geräteschuppen oder Dachboden, oder draußen in einer Felsspalte oder in einem Strauch. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Luft erwärmen, kommen Stoffwechsel und Atmung des C-Falters wieder auf Touren und er sucht sich Nahrung. Auf den ersten Blick sieht der bis zu fünf Zentimeter große Falter ziemlich zerzaust aus, so als ob während der Ruhephase ein Tier an ihm geknabbert hat. Schaut man genauer hin, wird klar, dass die Zacken an den Flügelrändern symmetrisch sind und die Natur ihn so geschaffen hat.

Polygonia c-album fliegt vor allem an Waldwegen und -rändern sowie auf Obstwiesen. Aber auch im dicht besiedelten Rhein-/Ruhrgebiet ist er an Hecken und Büschen zu sehen. Das Exemplar auf dem Bild von Andreas Koerner fand es im Schlosspark schön.

Es gibt zwei Generationen C-Falter im Jahr. Die erste muss sich noch mit dem Nektar von Schlehe, Weide oder Schneeball begnügen. Reicher gedeckt ist der Tisch für die nächste Generation, die im Juni aus der Puppe schlüpft. Diese Frühjahrsform des C-Falters ist deutlich heller gefärbt als die dann wieder folgende Überwinterungsgeneration.

Der Wechsel des Outfits hat mit dem Einfluss von Licht und Temperatur im Raupenstadium zu tun: Die im Sommer lebenden Raupen genießen größere Tageslängen und bringen nach Ende der Verpuppung dunklere Nachkommen zur Welt als die im Frühjahr lebenden Raupen.

Das Falter-Weibchen legt etwa 250 Eier einzeln auf die Futterpflanzen ab. Die Raupen schlüpfen nach zwei bis drei Wochen. Sie sind braun und haben eine weißliche Oberseite. Sie sitzen meistens einzeln auf der Blattunterseite. Später bekommen sie vielfach verzweigte Dornen, die vorn gelb und hinten weiß sind. Nach sechs Wochen sind sie ausgewachsen.

Anpassungsfähig wie der C-Falter ist, wird uns sein Anblick hoffentlich auch in Zukunft erfreuen. Eine Schwachstelle jedoch hat er: Die Nahrung der Sommerraupen beschränkt sich weitgehend auf die Blätter der Großen Brennnessel. (Weitere Futterpflanzen der Raupen sind Haselsträucher, wilder Hopfen, Johannisbeere und Stachelbeere). Vom Menschen zum Unkraut erklärt, ist die Brennnessel weitgehend aus den Gärten verschwunden. Damit haben auch die Raupen von Tagpfauenauge,Landkärtchen und Kleinem Fuchs eine wertvolle Nahrungsgrundlage verloren. Weniger Raupen im Garten kann dann auch heißen, dass Singvögel weniger Futter finden. Deshalb sollte man in seinem Garten eine wilde Ecke dulden, in der Brennnesseln, Disteln und andere „Unkräuter“ eine Chance haben. Wildkräuter, Stauden, Gehölze und eine Blumenwiese ziehen Schmetterlinge wie den C-Falter magisch an. Von den meisten Faltern verschmäht werden dagegen exotische Pflanzen und Gehölze. Zum Bild von Andreas Koerner: Die Flügel sind tief ausgeschnitten, wirken fast zerfranst. Die Flügelspannweite betragt vier bis fünf Zentimeter. Es gibt zwei Falter-Generationen im Jahr, die Falter der zweiten. Generation überwintern.

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