Meister Lampe kommt als Hasenfuß daher

Wachsamkeit und Schnelligkeit gehören zum Überlebenskonzept

0 07.04.2023

„Angsthase, Pfeffernase, morgen kommt der Osterhase“ lautete ein Spottvers aus der Kindheit, der all den „Hasenfüßen“ gesungen wurde. Kein Wunder, dass die derart angesprochenen das Hasenpanier ergriffen. Doch dem Feldhasen werden nicht nur negative Eigenschaften zugeschrieben: Wachsamkeit und Schnelligkeit gehören auf jeden Fall dazu. Und fruchtbar ist er auch. Hasen vermehren sich buchstäblich „wie die Karnickel“. Als „Osterhase“ ist Meister Lampe heutzutage zum höchsten christlichen Fest willkommen.

Im Mittelalter wurde sein Verzehr mitunter verboten, da sein Fleisch zur Unzucht verleiten sollte. So liest man es jedenfalls hier und da. Im frühen Christentum hingegen stand er wegen seiner angeblichen Wehrlosigkeit als Sinnbild für den auf Gott vertrauenden Menschen und wurde oft in Darstellungen des Paradieses abgebildet.

Mit einer Länge von ca. 60 bis 70 cm wird der Feldhase (Lepus europaeus) 2,5 bis 6,5 kg schwer. Seine Ohren sind im Verhältnis zum Kaninchen deutlich länger und haben eine schwarze Spitze. Zu unterscheiden vom Kaninchen ist er auch durch seine hellgelbe bis hellbraune Iris, während die Augen des Kaninchens dunkel erscheinen.

Sein Fell ist gelblich, graubraun und bietet eine gute Tarnung. In der offenen Landschaft duckt sich der Feldhase einfach in eine flache Mulde (Sasse) und ist so beinahe unsichtbar. Bei Annäherung einer Bedrohung, kauert er sich bis zum letzten Moment in die Sasse und verlässt sich auf seine Tarnung. Nutzt das nichts, rennt er Haken schlagend los. Auf Hasenfüßen versteht sich.

In seinem Revier legt er mehrere solcher Mulden an, die er abhängig von Windrichtung und Witterung benutzt. Dabei bevorzugt der Feldhase trockene Standorte, da Feuchtigkeit die Ausbreitung von Krankheiten fördert.

Feldhasen sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich abwechslungsreich von Wildkräutern und Gräsern. Eine abwechslungsreiche pflanzliche Kost ist lebensnotwendig für Hasen und insbesondere fettreiche Kräuter spielen eine entscheidende Rolle, die auch den Fettgehalt der Milch der Häsin beeinflusst.

Im Gegensatz zum Kaninchen lebt der Feldhase ausschließlich oberirdisch. Er bringt seine Jungen behaart und sehend zur Welt. Eine Häsin bekommt in der Regel dreimal drei Junge pro Jahr und die Fortpflanzungszeit beginnt bereits im Januar. Schon Ende Februar kann man die ersten jungen Hasen sehen. Der Reproduktionsrate der Hasen muss so hoch sein, weil viele Junge die ersten Wochen und Monate nicht überleben.

Es sind neben dem Futterangebot auch Witterungseinflüsse, die sich auf das Überleben von Junghasen auswirken. Nasskaltes Wetter Ende Februar bis Mitte März und Mitte April bis Mitte Mai führen zum Verkühlen der ungeschützt auf dem Boden geborenen Junghasen. Im folgenden Winterhalbjahr gibt es dann weniger Hasen. Frost und Schnee bei trockener Kälte hingegen sind für Meister Lampe kein Problem.

Verluste durch schlechtes Wetter oder Seuchen können manchmal schon im Folgejahr ausgeglichen werden. Doch Marderarten, Raben- und Greifvögel, Fuchs, Marderhund und Waschbär setzen den Hasen zu. Womöglich noch schlimmer wirken sich der Verlust des Lebensraumes, stöbernde Hunde und verwilderte Hauskatzen aus.

Bildunterschrift: Muss man suchen: Ein junges, gut getarntes Hasenkind duckt sich in seine Sasse. Foto: Uwe van Hoorn.

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