Manche Gärtner haben ihn „zum Fressen gern“

Horn-Sauerklee macht es sich noch in der kleinsten Ritze bequem

0 06.09.2019

Es ist wie immer im Leben: Es gibt sonne und sonne Gärtner. Die einen freuen sich über die gelben Farbtupfer zwischen den Ritzen der plattierten Terrasse, die anderen verfolgen mit aller Macht dieses kleine hübsche Pflänzchen. Zugegeben: Der Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata) ist äußerst erfolgreich bei seiner Verbreitung.

Im Gegensatz zum heimischen Waldsauerklee, der im Frühling seine zarten, weißen Blüten entfaltet, hat der Horn-Sauerklee gelbe Blüten und blüht von Juni bis September. Seine Blüten sind aber nur geöffnet, wenn die Sonne scheint. Von anderen gelb blühenden Sauerklee-Arten unterscheidet ihn u.a. die Farbe seiner Laubblätter: Sie sind dunkelgrün und rötlich-braun. Die Pflanze kann bis zu 20 Zentimeter hoch werden. Der Stängel ist weit verzweigt, meist kurz und häufig liegend (so entgeht er dem Rasenmäher).

Seit Jahrhunderten kennt man die Pflanze im Süden Deutschlands. Dort fand er die Weinberge sehr ansprechend. Der Überlebenskünstler ist gut angepasst an längere Trockenperioden, er stammt ja aus dem Mittelmeerraum. Die Pflanze verwelkt bei Trockenheit oberirdisch. Die lange, fleischige Pfahlwurzel aber überlebt. Nach ein paar Schäuerkes erwacht die Pflanze zu neuem Leben. Auch ihre rotbraun gefärbten Blätter sind eine Anpassung an das starke Sonnenlicht.

Ausgefeilt ist auch sein Konzept zur Verbreitung seiner Art. Die reifen Samen schleudert er beim Aufspringen seiner Samenkapseln zum Teil mehrere Meter weit. Außerdem haben Ameisen Appetit auf das so genannte Elaiosom, das ist ein fetthaltiges Anhängsel am Samen. Die Ameisen schleppen den Samen samt Anhängsel davon, fressen es und lassen den Samen irgendwo in der Weltgeschichte liegen. Doch damit sind wir noch nicht am Ende: In die unmittelbare Umgebung dringt der Horn-Sauerklee durch Wurzelausläufer vor und kann recht dichte Bestände bilden.

Gärtner, die lieber keinen Horn-Sauerklee im Garten wünschen, sollten neue gekaufte Pflanzen sorgfältig kontrollieren, denn in den meisten Fällen wird er so in den Garten eingeschleppt. Hat sich der Sauerklee erst einmal im Garten angesiedelt, hilft nur noch jäten, jäten, jäten. Weil er keinen Schatten mag, kann man versuchen ihn in Beeten mit Rindenmulch in Schach zu halten oder nach dem Jäten auf der Stelle Bodendecker pflanzen.

Manche Gärtner haben den Gehörnten Sauerklee „zum Fressen gerne.“ Vor dem Verzehr wird allerdings gewarnt. Er enthält wie Rhabarber Oxalsäure und Rhabarber soll man ja auch nicht in rauen Mengen verputzen. flora


Das Bild von Uwe van Hoorn zeigt: Die Gehörnte Mauerklee kommt auf kleinstem Raum zurecht. Er wird vermutlich zu den ersten Pflanzen zählen, die verschotterte Vorgärten erobern.

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