Man könnte - aber Monica hat es nicht getan

0 15.05.2020

Das Lied hat das Zeug zum Ohrwurm. 1964 trällerte es Petula Clark zum ersten Mal und schickte „Down town“ über den Äther, mit einem Riesenerfolg. https://www.youtube.com/watch?v=kyi2rwhfckA&list=PLjJcrYeu1EueWR2IaW-OUIZ-VCr_Pf7LJ&index=1 Auch die mit nur geringen englischen Sprachkenntnissen Gesegneten begriffen diesen Song nahezu intuitiv: Wenn Du einsam bist, gehe in die Stadt. Licht, Lärm, Musik, Verkehr, Geschäftigkeit. Hier kannst Du Deine Sorgen vergessen. Alles wartet auf Dich: Kinos, Clubs und zum guten Schluss findest Du vielleicht jemanden, dem es genau so geht wie Dir. „Down town“, so oft gehört, so oft mitgeträllert.

Heute sind die Kinos, Theater, Clubs geschlossen und an das Procedere, das man durchlaufen muss, wenn man im Restaurant essen will, muss man sich noch gewöhnen. Ganz weit hinten im Gehirnchen fragt man sich unaufhörlich, ob es nicht doch zu leichtfüßig ist, sich unter die Leute zu wagen?

Die Maske immerhin hat mehr als nur den einen Vorteil, andere zu schützen. Man kann frech grinsen, ohne dass es jemand merkt. Und man könnte anderen sogar die Zunge rausstrecken! Nicht übel Lust dazu hatte ich beim Einkaufen heute in Borbeck. Zwei maskierte Männer im besten Rentner-Alter - also Anfang 60 -  rückten mir zu nah auf die Pelle. Der eine vor der Kühltheke mit Butter, der andere vor dem Regel mit Fleisch, als Monica sich grundlegende Gedanken machte über Corona, Schlachthöfe und den dort hart arbeitenden Menschen, die in prekären Verhältnissen leben und nun krank sind.

Ich war den beiden schlicht zu lahm. Das sagte zumindest der eine. Keine Sorge. Ich habe niemandem die Zunge rausgestreckt. Ich mache mir Sorgen: Je länger diese Situation anhält, desto ungehobelter werden viele. Leider muss man davon ausgehen, dass es noch länger sinnvoll ist, Masken zu tragen und Abstand zu halten.

Die Hektik in der Stadt vermisse ich nicht. Überhaupt nicht. Lieber gehe ich eine Runde um den Pudding und freue mich über das ein oder andere schöne Fleckchen Erde, das uns die Stadtplaner noch gelassen haben. Das wunderschöne Foto aus Gerschede mit dem „Zuckerhüsken“ im Hintergrund machte übrigens Uwe van Hoorn. Vielen Dank!

Ihnen und Euch ein schönes Wochenende. Werden Sie nicht zu leichtfüßig!

Monica

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