Mäusegerste überall

Pieksendes Gras kommt bestens mit Hitze und Trockenheit zurecht - und nervt unsere Hunde

0 30.06.2023

Ob es daran liegt, dass die Mähintervalle im städtischen Grün verlängert wurden? Oder liegt es an den heißen, trockenen Sommern? Überall sieht man in diesen Tagen und Wochen ein auffälliges Gras wachsen. Die Mäusegerste gedeiht an Straßen, an Wegesrändern in Parks und anderen Grünflächen. Sie gedeiht sogar auf Verkehrsinseln in den winzigsten Zwischenräumen der Steine oder auf Schuttplätzen. Die Pflanze kann sowohl hohe Temperaturen als auch Trockenheit verpacken. Und eine gelegentliche „Dusche“ durch unsere Vierbeiner scheint ihr zu bekommen.

Hat das Gras mehr Platz, bildet es so genannte „Horste“ aus. Das sind Büschel von Trieben, die ganz eng beieinander stehen. Viele Gräser bilden Horste. Das ist sehr praktisch, so müssen sie keine Seitentriebe ausbilden und können trotzdem viel Platz besiedeln.

Winzige Samenkörner geben der Mäusegerste ihren Namen

Die Halme der Mäusegerste können bis zu 60 cm hoch werden. Ihre Blätter sind etwa 20 Zentimeter lang und können acht Millimeter breit werden. Zwischen Juni und Oktober blüht das Gras. Die Mäusegerste bildet eine Ähre aus, die zehn Zentimeter lang sein kann. Sie ist zusammengesetzt aus zahlreichen Ährchen, die etwa einen Zentimeter lang sind und jeweils zu dritt an der Spindel sitzen. Das zentrale Ährchen ist zwittrig, die beiden seitlichen männlich oder steril. Geschützt werden sie durch Hüllspelzen, die rau behaart sind. Die Deckspelze bildet eine bis zu drei Zentimeter lange Granne aus, das ist eine Art Borste, wie wir sie auch von der Kulturgerste kennen.

Im Gegensatz zur Kulturgerste hat die Mäusegerste winzige Samenkörner, was ihr wohl den Namen eingebracht hat. Verbreitet werden die Samen durch vorbeistreifende Tiere oder Menschen. Sind die Samen reif, ist die Ähre sehr brüchig. Einzelne Ährchen bleiben im Fell von Tieren (oder an Hosenbeinen) heften und gehen so auf die Reise.

Bei Hundehaltern ist Mäusegerste äußerst unbeliebt. Streift der Hund durchs Grün, können die reifen, stacheligen Ährchen ganz schön in der Nase pieksen, im Ohr landen oder die Pfoten verletzen. Entzündungen können die Folge sein. Es bleibt also nur, das Tier nach dem Spaziergang sorgfältig abzusuchen. Diese Gefahr droht auch auf landwirtschaftlich genutzten Getreidefeldern. Aber da sollte es selbstverständlich sein, dass man seinen Hund von dort fernhält. Schließlich wachsen dort unsere Lebensmittel. flora

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