Mähen und dann verbrennen

Japanischer Staudenknöterich zerstört die botanische Vielfalt

0 26.05.2023

Der Japanische Staudenknöterich gehört zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae). Er stammt – wie der Name schon sagt - aus Japan und war in Europa nicht heimisch. Heute findet man ihn überall in Mitteleuropa, nicht nur in Gärten, wo er leider wegen seines schnellen und hohen Wuchses als Sichtschutz angepflanzt wird, sondern auch im Freiland wild wuchernd. Er zerstört dort den Lebensraum heimischer Pflanzen. Schade: Einige Sorten sind noch immer im Handel erhältlich.

Die Pflanze ist mehrjährig. Sie treibt im Frühling aus winterfesten Wurzelstöcken neue Triebe, die innerhalb weniger Wochen eine Höhe von 3 Metern erreichen können. Im Mai legt der Staudenknöterich täglich zwischen 10 und 30 Zentimetern zu. Die Blüte beginnt üblicherweise Mitte August und dauert bis Ende September. Der Staudenknöterich blüht weiß.

Beim ersten Frost sterben alle überirdischen Teile der Pflanze ab. Die weitverzweigten holzigen Wurzelstöcke überleben allerdings den Winter problemlos. Sie können bis zu 10 cm dick werden.

Der Staudenknöterich wächst gerne nah am Grundwasser und er füllt oft ganze Bauchauen aus. Aber auch auf Brachen oder Bahndämmen kann der Knöterich gedeihen.

Die Vermehrung durch Samen spielt in unseren Breiten keine große Rolle. Der japanische Staudenknöterich breitet sich vielmehr vegetativ mittels unterirdischer Ausläufer aus. Diese sogenannten Rhizome vermögen die angrenzende Vegetation bis zu einem Meter zu unterwandern und können mehrere Jahre verbleiben, bevor sie wieder senkrechte Sprosse ausbilden.

Aufgepasst: Die Weiterverbreitung dieser Pflanzenart erfolgt auch durch den Transport von Wurzelstücken an neue Standorte. Dies kann durch Gartenabfälle oder mit Wurzelstücken durchsetztem Humus, der beispielsweise für Auffüllungen verwendet wird, geschehen. Auch ausgerissene und weggeworfene Jungpflanzen sowie Stängelteile können an einem neuen Ort austreiben und weiterwachsen.

Will man den Staudenknöterich bekämpfen, muss man folgendes beherzigen:

Flächen mit Staudenknöterich-Befall, müssen bis zu sechs mal jährlich gemäht werden. Das Schnittgut muss sauber zusammengenommen werden und entsorgt entweder verbrannt oder in einer Kompostieranlage, in der ausreichend hohe Temperaturen erreicht werden, entsorgt werden. Die Schnitte werden jeweils ausgeführt, wenn der Knöterich rund 40 cm hoch ist.

Mit weniger Schnitten kann der Knöterich allenfalls in seiner Vitalität und Ausbreitungsfreudigkeit etwas gebremst werden. Durch das Aufschichten oder Liegenlassen entlang der Trasse oder an Wegrändern können Pflanzenteile verschleppt werden und die Pflanze kann sich weiter verbreiten.

Mitunter setzt man bei der Bekämpfung von Staudenknöterich auf vierbeinige Mäher. Schafe und Ziegen haben Appetit auf die Pflanze. Aber eignet sich diese Art der Bekämpfung für die Stadt? Die Radtrasse? Den Schlosspark? Wohl kaum.

Man kann sagen: Der Japanische Staudenknöterich zählt (mit der Herkulesstaude) zu den wichtigsten neophytischen Problempflanzen in unseren Breiten.

Stichworte

Neophyten: Pflanzen (wörtlich: Neu-Pflanzen), die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern erst in den letzten 500 Jahren nach Deutschland gelangten.

Archäophyten: Gebietsfremde Pflanzen (wörtlich: Alt-Pflanzen), die bereits zu früheren Zeiten in unsere Breiten kamen (z.B. mit dem Beginn des Ackerbaus in der Jungsteinzeit oder durch den Handel der Römer)

Als Invasive Arten werden im Naturschutz gebietsfremde Pflanzenarten bezeichnet, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. So können sie z.B. in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen zu anderen Pflanzen treten und diese verdrängen.

Zu den Bildern:

Der Japan-Knöterich vermehrt sich in unseren Breiten nicht durch Samen. Es sind seine unterirdischen Ausläufer, die sogar Wege, Dämme und andere Infrastruktur zerstören können. Besonders schlimm für die Natur ist die Pflanze an kleinen Bachläufen. Foto: flora

Mähen und liegen lassen? Keine gute Idee zur Bekämpfung des Japan-Knöterichs. Das Bild wurde an der Fahrradtrasse in Altendorf gemacht. Foto: flora

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