Idyllische Ansicht aus ungewohnter Perspektive

0 16.01.2023

BORBECK. Diese recht idyllische Aufnahme von Schloss Borbeck verdanken wir wieder W. Küpper, der einmal mehr tief in sein Postkarten-Archiv gegriffen hat, um uns mit Bildern von anno dazumal zu erfreuen. Der Fotograf hat die alte Fürstäbtissinnen-Residenz aus einer für Ansichtskarten ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen. In der Regel sieht man Bilder von der Front mit ihren beiden Türmen; hier nun sehen wir das Barockschloss so, wie es sich Spaziergängern darbot, die sich vom Park aus näherten. Ein paar Wandervögel sind denn auch mit im Bild, ebenso wie der Stamm eines riesigen Baumes.

Vor hundert Jahren, als die Karte verschickt wurde, war der uralte Park noch voll von solchen majestätischen Naturdenkmalen. Bestaunen konnte man sie nur gegen Eintritt. Frei zugänglich wurde die ausgedehnte Grünanlage erst, nachdem die Stadt Essen das Schloss 1941 gekauft hatte. Nach und nach verschwanden dann die uralten Bäume und auch andere "Zutaten" wie die Kaskaden der Borbecke oder die künstliche Ruine. Auch ein großer Teil der Wirtschaftsgebäude wurde abgerissen. Vom Schloss selbst blieben bei der groß angelegten "Sanierung" vor 60 Jahren nur die Außenmauern im Original erhalten.

Das kann man bedauern – oder sich freuen, dass dieses bedeutende Baudenkmal nicht wie so viele andere in der fortschrittfixierten Nachkriegszeit sang- und klanglos dem Abrissbagger zum Opfer fielen. Heute versucht man behutsam, dem Park wieder sein altes Gepräge zu geben. Doch das ist eine Aufgabe, die Generationen dauern wird. AE

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