Hornissen: Die sanften Riesen im Blumenbeet

0 07.07.2023

Sie ernähren sich von Fallobst oder den Raupen des Eichenwicklers, von Bremsen und Motten. Weder sind sie sonderlich aggressiv noch sind ihre Stiche gefährlicher als die von anderen Wespen oder Bienen. Im Gegenteil, die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist ziemlich nützlich: Sie bestäubt zum Beispiel Johannisbeeren und fliegt – anders als Bienen – auch bei kühleren Temperaturen, Wind und Regen. Nebenbei bemerkt tut sie das bei Tag und bei Nacht. Und sie leistet Schwerstarbeit. Bis zu 500 Gramm andere Insekten jagt ein Hornissenvolk, das aus 400 bis 700 Tieren bestehen kann, täglich, um sich und seine Larven zu ernähren. Sie sorgen so auch mit dafür, dass die Insektenpopulationen im Gleichgewicht bleiben.

Friedfertige Tiere

NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz betont: “Leider wissen noch viel zu wenige Menschen, dass Hornissen sehr friedfertige Tiere sind. Sie fliehen eher bei Bedrohung und stechen nur, wenn sie massiv gestört oder verfolgt werden. Sie weichen unter Umständen auf Gartenschuppen oder auch Vogelnistkästen aus, weil ihre eigentlichen Nistmöglichkeiten wie Höhlen in Laubbäumen seltener werden. Wenn man weiß, wo ihr Nest ist und sie in Ruhe lässt, steht einer friedlichen Nachbarschaft nichts im Weg. Außerdem hat man so weniger Ärger mit der Deutschen oder Gemeinen Wespe auf dem Erdbeerkuchen. Sie stehen nämlich auch auf dem Speiseplan der Hornissen.”

“Wir möchten die Menschen wieder mehr für die Welt der Insekten begeistern. Zu erkennen, welche vor der eigenen Haustür leben, hilft dabei ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Natur im Gleichgewicht funktioniert,” sagt Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer. “Gerade Gärten zählen zu wichtigen Lebensräumen für Wildbienen, Schmetterlinge und Co., weil sie hier noch Nahrungsquellen finden. Mit der Gestaltung des Gartens mit Wildblumen oder auch Totholzecken kann man sehr viel für Insekten tun.”

Seit einigen Jahren wird auch die kleinere Verwandte der Europäischen Hornisse, die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Deutschland gesichtet– bislang hauptsächlich am Oberrhein, in Hamburg und neuerdings auch in NRW. Sie kommt mit den klimawandelbedingten milder werdenden Temperaturen hier gut aus. Sichtungen der Asiatischen Hornisse müssen an zuständige Behörden gemeldet werden, etwa an die Untere Naturschutzbehörde. Für den Menschen sind sie nicht gefährlicher als die Europäische Hornisse. Sie können allerdings eine Bedrohung für andere Bienenvölker darstellen.

Mit seiner Mitmach-Aktion “Insektensommer” will der NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen. Diese Tiergruppe ist stark gefährdet und wenig erforscht. In Deutschland gibt es etwa 34.000 Insektenarten. Am 4. August 2023 startet die zweite Zählung. Gezählt wird bis zu einer Stunde. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de abrufbar. nabu

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