Hoffen, dass der Wind sich dreht

0 26.09.2020

„Lebe wohl, lebe wohl, du schöner Wald!“ dichtete einst Eichendorff und auch Monica verabschiedet sich vom Westerwald, denn auch der schönste Urlaub hat mal ein Ende. Doch die Zeilen gelten im doppelten Wortsinn. Von dem Wald, so wie auf dem Foto ausschaut, wird man sich auf jeden Fall verabschieden müssen. Noch schlimmer: „Lebe wohl“ kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht. Der Wald geht ein.

Auch in Essen gibt es Bäume, die von Borkenkäfer und Trockenheit geschwächt und abgestorben sind. Viele Gefahrenbäume muss die Stadt fällen, bevor aus der Gefahr heraus ein Unglück geschieht.

Das Ordnungsamt ist für Gefahrenabwehr zuständig, doch nur im öffentlichen Raum. Das kann man leicht einsehen. Alles andere ginge tatsächlich zu weit. Und trotzdem: Auf einem Grundstück in der Nähe des Niederfeldsees in recht geringem Abstand zur Fahrradtrasse stehen zwei – Monica kann schlecht schätzen – etwa fünfzehn Meter hohe Fichten, die deutlich Nadeln gelassen haben, und beim nächsten Unwetterchen umkippen könnten und zwar auf Monicas funkelnigelnagelneue Gartenlaube, die steht nämlich in der richtigen bzw. falschen Windrichtung.

Der Eigentümer des Grundstücks mit den Fichten „in der Mauser“ ist Monica unbekannt. Es ist verpachtet an wechselnde Pächter, die dort nur sehr gelegentlich die Fläche nutzen. Das Ordnungsamt ist unzuständig, da es sich nicht um öffentlichen Raum handelt (siehe oben). Den Eigentümer des Grundstücks nennen kann das Amt auch nicht: Datenschutz. Da müsse man eben bei Gericht ein berechtigtes Interesse nachweisen, um einen Blick ins Grundbuch werfen zu dürfen. So könne man erfahren – vermutlich gegen Gebühr – wem das Grundstück gehöre und dann den Eigentümer darum bitten, seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen.

Das wäre also zu tun: Antrag schreiben, Grundbuch einsehen, Eigentümer anschreiben, auf das Ergebnis warten, warten, warten - oder darauf setzen, dass sich irgendwann der Wind dreht.

So. Nun schimpfen Sie nicht über das Wetter. Es muss so sein. Ganz bestimmt.

Bis zur nächsten Woche! Monica

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