Gundermann kam früher ins Bier und in die Suppe

Das Pflänzchen ist weit verbreitet - aber fast unbekannt

0 21.04.2023

Es sieht schon kurios aus, wenn sich eine dicke Hummel auf der kleinen zarten violetten Blüte des Gundermanns niederlässt. Doch Glechoma hederacea – so der wissenschaftliche Name – gehört zur Familie der Lippenblütler. Und eine solche Lippenblüte ist extra für Brummer mit langem Rüssel gebaut..

Obwohl Gundermann (auch Gundelrebe) in fast jedem etwas naturbelassenem Garten und überall in unseren Wiesen, Weiden und Wäldern vorkommt, kennt kaum einer den Namen dieser Pflanze. Zwischen März und Juni leuchten seine Blüten aus dem dunklen Blätterteppich hervor. Gundermanns Blütentriebe sind zehn bis 30 Zentimeter hoch, zwei bis fünf Blütenstände bildet jeder Trieb.

Die Oberlippe der Blüten ist recht gut ausgebildet und größer als die Unterlippe, die ebenfalls blau-violett aber zudem noch purpurn gefleckt ist. Selten blüht Gundermann auch rosa oder weiß. In Juni/August reifen die Früchte. Sie werden oft von Ameisen verschleppt oder im Fell vorbeistreifender Tiere. „Klebausbreitung“ nennen Letzteres die Botaniker.

Typisch für den Gundermann sind auch seine herz- bis nierenförmig geformten dunklen Blätter mit dem gekerbten Rand. Manchmal schimmern sie rötlich-grün.

Giftig für Huftiere

Gundermann bildet zahllose Triebe. Er kriecht über den Boden und rankt an Zäunen. Seine Triebe werden bis zu einem Meter lang. Diese Art zu wachsen hat ihm den Beinamen „hederacea“ eingebracht, das heißt „eufeuartig.“ Da er gerne wuchert, kann er innerhalb eines Jahres ziemlich große Bodenflächen bedecken. Man kann ihn als Bodendecker an manchen Stellen im heimischen Garten gewähren lassen. Er liebt feuchte, schwere, fruchtbare und kalkhaltige Böden.

Gundermann ist eine krautige, ausdauernde und wintergrüne Pflanze. Sie überwintert als zweiblättriger Sprossteil oder als acht- bis zehnblättrige Rosette.

Zerreibt man ein Gundermannblatt zwischen den Fingern, riecht es nicht nur herb-würzig, es fühlt sich auch schmierig an. Das liegt an den im Gundermann enthaltenen Öle. Wegen dieser ätherischen Öle und der Bitterstoffe wurde das Pflänzchen früher als Gewürzpflanze (Soldatenpetersilie) und Heilpflanze (auch für Hautkrankheiten) verwendet. Im Frühjahr gesammelte Blätter wurden als Gemüse gekocht.

Noch früher, vor der Kultivierung des Hopfens, wurde der bitter schmeckende Gundermann zur Konservierung von Bier genutzt.

Was für den Menschen gut, ist für Huftiere ungeeignet. Besonders für Pferde ist Gundermann giftig.

Bild oben: Gundermann bildet einen immergrünen, pflegeleichten Bodendecker im naturnahen Garten. Foto: flora

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