Graue Fleischfliege liebt Himbeersaft

Nur die Heranwachsenden wollen eiweißhaltige Kost

0 08.09.2019

Wenn die Graue Fleischfliege sich so vergnüglich die Beinchen reibt, sieht es so aus, als hätte sie den Braten sogleich gerochen und wäre auf einen Abstecher vorbeigekommen. Dabei sind die erwachsenen Fliegen (Imagines) vegetarisch. Sie brummen lieber von Blüte zu Blüte saugen Nektar oder versenken ihre Saugrüssel zum Beispiel in reife Himbeeren, um den süßen Saft zu saugen. Trotzdem wird sie auch „Aasfliege“ genannt.

Sie ist etwas größer als eine Stubenfliege, wird bis zu 18 Millimeter lang. Die Grundfarbe ist hellgrau. Auf dem Rücken tragen die Tiere dunkelgraue Längsstreifen und am Hinterleib helle und dunkelgraue Quadrate. Der Kopf ist von der Seite aus betrachtet viereckig. Die Stirn der Männchen ist schmal, die der Weibchen ist breit und mit zwei Paaren kräftiger Orbitalborsten bestückt (orbital: an/in der Augenhöhle). Auffällig sind die großen roten Facettenaugen.

Die Graue Fleischfliege ist nicht nur in Haus und Garten häufig. Man findet sie von Mai bis Oktober überall und nirgends. Nur im Waldinneren sind sie nicht gerne.

Wie alle Fleischfliegen ist auch die Graue lebendgebärend. D.h. das Weibchen legt auf den Wirt frisch geschlüpfte Junglarven, keine Eier, ab. Wirt wider Willen sind Regenwürmer. Die Fliegenmaden ernähren sich parasitisch von dem Wurm, der dabei eingeht. Die Graue Fleischfliege hat mehrere Generationen pro Jahr. In der einschlägigen Literatur findet man verschiedene Angaben darüber, wohin die Larven platziert werden. Einige Autoren glauben belegen zu können, dass diese Fliege ausschließlich Regenwürmer für ihre Maden nutzt, andere sagen, dass diese Fliege auch auf Aas ihre Maden setzt.

Das ist unappetitlich und so ist es kein Wunder, dass die Graue Fleischfliege und auch deren Larven als Überträger von verschiedenen Krankheiten gelten. Doch zurück zum vergnüglichen Füßereiben der Fliegen: Die Füße sind für Fliegen besonders wichtig. Mit ihnen können sie überall kopfüber haften, sogar an Fensterscheiben, das geht aber nur wenn die feinen Haare und kleinsten Dörnchen an den Beine richtig sauber sind. An den Beinen haben Fliegen außerdem Sinneszellen, mit denen sie testen, ob etwas fressbar ist. Sie spüren dort aber auch kleinste Luftzüge. Auch deswegen haben Fliegen einen Putzfimmel. Mit dreckigen Füßen könnte sie so vieles nicht.


Zum Foto von flora: Mut zum modischen Streifenmuster hat die Graue Fleischfliege.

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