Geschickt: Käfer verkleidet sich als Wespe

Mimikry soll vor Fressfeinden schützen

0 16.06.2023

Der Gefleckte Schmalbock (wissenschaftlich: Rutpela maculata) verkleidet sich mit einem schwarz-gelben Kleid als Wespe – aber nicht gut genug. Er ist zwar, wie der Name schon sagt von schmaler Gestalt, aber er verzichtet auf die Wespentaille.

Sein Körper ist schwarz. Gelb ist die Grundfärbung der Flügeldecken. In der Nähe des Kopfes sind meist mehrere schwarze Flecken. Bei manchen Exemplaren gehen sie jedoch ineinander über. Richtung Podex gibt es vier mehr oder weniger zusammenhängende schwarze Querbinden. Und da hörtes schon auf mit der Ähnlichkeit zwischen Wespe und Käferchen.

Wobei: So klein ist er nicht. Bis zu 20 mm kann er lang werden. Fast so lang wie der Körper sind die dünnen schwarz-gelb geringelten Fühler. Und an den Fühlern kann man ihn schließlich von anderen Käfern unterscheiden, die sich auch schwarz-gelb tarnen.

Verwechseln kann man den hübschen Kerl mit dem Bogenförmigen Halsbock (Leptura annularis), dem Gefleckten Halsbock (Anoplodera sexguttata) und dem Vierbindigen Schmalbock. (Leptura quadrifasciata)

Jetzt lohnt es sich, die Brille zu putzen und durch die Lupe zu schauen: Schwarze Füße hat der Schmalbock an allen Beinpaaren, aber die vorderen vier Beine sind gelb, die hinteren zwei nur teilweise. Am hinteren Beinpaar tragen die Männchen innen je 2 größere und mehrere kleinere Zähnchen. Das unterscheidet sie von den Weibchen.

Über den Winter kommt der Gefleckte Schmalbock als Larve. Sie hat einen schwarzen Kopf, der stämmige Körper ist cremefarben. Und auch um das zu erkennen, braucht man mindestens eine gut geputzte Brille. Unter dem vorderen Teil der Larve kann man schon die sechs Käferbeine erkennen. Die Larven leben im toten, morschen Holz und sind nicht leicht aufzuspüren. Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Larve in einem der Gänge, so dass der frisch geschlüpfte Käfer zunächst den Weg nach draußen finden muss. Es dauert ein paar Jährchen bis sich aus der Larve der fertige Käfer entwickelt hat.

Die meisten erwachsenen Gefleckten Schmalböcke kann man zwischen Juni und August in der Natur entdecken. Der Käfer kann gut fliegen und so fliegt er von Blüte zu Blüte, um dort Pollen und Nektar zu fressen. Sie lieben Doldenblütler wie Holunder, Wilde Möhre, Giersch usw. oder große Blüten von Wildrosen oder Margeriten. Auch auf Himbeer- oder Brombeerblüten ist er abonniert. flora

Zum Bild: Der Gefleckte Schmalbock ist ein Beispiel für Mimikry. Er macht einen auf Wespe und verspricht sich davon einen gewissen Schutz vor Fressfeinden. Übrigens: Fühlen sich diese Käfer bedroht, können sie zirpende Laute von sich geben, indem sie Flügeldecken und Hinterbeine aneinander reiben. Foto: flora

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