Gans schön groß

Die Nilgans ist ein dicker Brocken

0 12.11.2022

Nilgänse sind nicht überall gut gelitten. In Parks beschweren sich Passanten über die bekoteten Spazierwege und Liegewiesen; das geschieht wenn die Population überhand nimmt.

Aber eines muss man ihnen lassen: Sie sind ausgesprochen hübsch. Nilgänse haben ein buntes Gefieder, einen dunklen Brustfleck, eine schokoladenbraune Augenmaske, einen dunklen Halsring, weiße Armflügel mit dunkelgrün-metallisch schimmernden Arm- und Handschwingen. Auch die Schwanzspitzen sind dunkel. Unverwechselbar werden sie auch durch die blass rosaroten Beine. Sie sind von stattlicher Größe: Mit einer Höhe von Kopf bis Fuß von 73 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 134 bis 154 Zentimetern sind sie kleiner als die ebenfalls eingewanderten Kanadagänse und kleiner als Graugänse. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum voneinander. Ganter sind lediglich etwas größer als Weibchen.

Hübsch fand man den großen Wasservogel auch in früheren Zeiten. In Europa ist die Haltung als Ziervögel in Parks seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert. Und so passierte es, wie so oft im Pflanzen- oder Tierreich. Erste Tiere büxten aus den Parks aus und machten es sich andernorts gemütlich. Die Essener Nilgänse sind aus den Niederlanden eingewandert. Man sieht auch brütende Paare mittlerweile an Ruhr und Emscher, an jedem größeren Teich oder See. Kein Wunder: Nilgänse sind treu. Sie leben monogam und sie bleiben an ihrem Brutstandort. Außerdem verspürt die ursprünglich in Afrika beheimatete Art auch im Winter keinen Drang, sich in wärmere Gefilde zurückzuziehen.

Hauptsächlich ernähren sich Nilgänse von Gräsern und Sämereien oder sie gründeln entengleich nach Wasserpflanzen. Im Frühjahr sieht man sie oft auf Feldern, wenn sie die jungen Getreidesprossen abweiden. Im Herbst kommen sie, um die abgeernteten Felder nach Getreidekörnern abzusuchen. Auch Schnecken, Würmer und Insekten verspeisen sie gelegentlich.

Die Tiere brüten meist in der Nähe eines Gewässers, wenn Feld oder Wiese in der Nähe sind. Bei der Wahl der Nistplätze sind sie nicht wählerisch. Ihre Nester findet man am Boden, auf Bäumen oder im Gesträuch. Sie übernehmen auch verlassene Krähennester oder Horste von Greifvögeln. Das Innere eines Nests wird aber immer mit weichen Daunen ausgekleidet.

Nilgänse lassen sich durch nichts und niemanden irritieren. Sie halten sich unbeeindruckt in der Nähe von Menschen auf, doch zu nahe kommen sollte man ihnen nicht. Besonders wenn sie Nachwuchs haben, können sie fuchtig werden, um ihre Gössel zu schützen. Überhaupt kein Pardon kennen sie, wenn sich andere Wasservögel nähern: Sie recken und strecken sich, plustern sich auf und schlagen mit den Flügeln. Reicht das als Drohung nicht, greifen sie an und versuchen den Eindringling durch Beißen zur Flucht zu bewegen.

Interessant: Die aus wärmeren Gefilden stammende Gans kann auch in unseren Breiten fast das ganze Jahr über brüten. Also: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auch jetzt noch Gänse mit Gössel sehen.

Zum Bild: Bei einem Gewicht zwischen 1500 bis 2250 Gramm sollte man sich mit einer wütenden Nilgans nicht anlegen. Foto: flora

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