Fromme Fußballschlachten bei Padders

0 13.06.2021

So etwas wie „Eucharistische Ehrengarden“ gibt es nur auf unserem Breitengrad: Sie sind fast ausnahmslos auf das Gebiet des Industrie- und Koh­lereviers in den alten Bistümern Köln, Münster und Paderborn begrenzt, die das heutige Bistum Essen bilden. Die Gründungen gingen ab 1884 von der Mün­sterpfarre in Essen-Stadt aus und sorgten nach dem abgeklungenen Kulturkampf unter dem Motto „Mit Gott, für Gott“ für die Begleitung der Fronleichnams-Prozession. 1896, erreichten sie das noch selbständige Borbeck, das zu den ersten Verbreitungsorten gehört. Unter allen Garden ist die Borbecker Garde an St. Dionysius durch ihre roten Uniformen besonders her­vorgehoben und sie begeht 2021 den 125. Jahrestag ihrer Gründung.

Wer nun glaubt, die Garde bewegt sich nur in militärischem Gleichschritt und im feierlichen Gehrock bei großen Kirchenereignissen: Dr. Martin Hartmann, der uns aus Harsewinkel geschrieben hat, erinnerte mit zwei Bildern an legendäre Fußballschlachten. Der Nachfahre von Oberst Franz Hartmann grub Aufnahmen aus dem Jahr 1967 und 1968 aus, die traditionelle Sportpartien dokumentieren: Wie die BORBECKER NACHRICHTEN berichteten, schlug die die Eucharistische Ehrengarde St. Dionysius 1967 eine Auswahl der Padders. Auch 1968 spielten die Auswahlen gegeneinander – „vorne Franz Hartmann, es war immer ein feuchtfröhliches Zusammentreffen für einen guten Zweck“, schreibt Martin Hartmann.

Beim Sommerfest an der Theodor-Hart-Straße gab die Kirchplatz-Kämpen offensichtlich ihr Bestes: Deutlich überlegen erkämpften sich die Gardisten einen 6:4-Sieg, heißt es im BN-Artikel. Josef Hartmann – „nicht zu bremsen“ - steuerte 5 von 6 Toren bei, das „wendige Zenra Bannenberg“ war flinkster Mann auf dem Platz, Torkeeper Franz Hartmann hielt „in sicherer Bundesliga-Manier den Kasten sauber, mochte die „kampfkräftige Fußballelf der Padders“ noch so sehr drängen ...

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