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0 02.07.2026
Die Elstern machten enormen Radau. Das kennt man ja, aber dieses Mal war es noch doller. Ein Steinmarder hatte den Kirschbaum entdeckt und einen Mordsappetit auf die süßen Früchte entwickelt. Das gefiel den Elstern überhaupt nicht.
Das hat seinen Grund: Marder sind Allesfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen – neben den besagten Kirschen - auch Vögel und deren Eier. Aber nicht nur: Insekten und kleine Säugetiere wie Mäuse und Ratten gehören dazu. Letzteres macht das flinke, schlanke Raubtier dem Menschen sympathisch. Das Thema Auto-Marder sparen wir hier mal aus.
Marder haben einen schlanken, langgestreckten Körper. Auf recht kurzen Beinen sind sie schnell unterwegs, und sie können gut klettern. Auffällig ist ihr langer, buschiger Schwanz, der bis 26 cm lang sein kann. Zusammen mit dem Körper (49 cm) kommen männliche Tiere auf eine Gesamtlänge von etwa 75 cm. Weibchen sind etwas kleiner.
Ihr Fell ist graubraun, mit heller Unterwolle. Von der Kehle über die Brust bis in Richtung der Vorderbeine haben sie eine weiße Zeichnung. Wer beim Beobachten nah genug ran kommt, erkennt die helle Nasenspitze und die kleinen Ohren, deren Ränder ebenfalls hell sind.
Sie sehen nett aus, putzig beinahe – und gehören zu den Raubtieren Europas. Das erkennt man an den spitzen, kräftigen Reißzähnen im Gebiss.
In Deutschland trifft man vor allem zwei Marder-Arten: den Baummarder und den Steinmarder. Der Baummarder lebt überwiegend in Wäldern und ist ein hervorragender Kletterer. Er meidet Siedlungen.
Der Steinmarder dagegen hat sich fabelhaft an den Menschen angepasst und fühlt sich in Dörfern, Städten, Scheunen und auf Dachböden wohl. Die Steinmarder finden auch Garagen, Carports und Lauben passabel. Beide Arten sind nachtaktiv, äußerst neugierig und bewegen sich mit Geschick durch ihr Revier.
Sie sind ausgeprägte Einzelgänger, ihr Revierverhalten ist territorial. Sie markieren es mit Duftmarken und sie werden ausgesprochen fuchtig, wenn ein anderer Marder ins Revier eindringt.
Nur für die Dame des Herzens macht der männliche Marder eine Ausnahme, allerdings nur für eine kurze Zeit, denn geht er wieder seiner Wege. Das Marder-Weibchen ist alleinerziehend. Zwei bis fünf Junge gehören zu einem Wurf. Sie werden im Frühjahr geboren. Paarungszeit ist im Juni/Juli. Damit die Jungen nicht im Winter zur Welt kommen, hat sich die Natur etwas besonderes einfallen lassen: Bei der so genannten Keimruhe (der Fachmann sagt: Embryonale Diapause) ruht das befruchtete Ei etwa acht Monate in der Gebärmutter der Mutter bis der Winter vorbei ist und entwickelt sich dann weiter. Die Jungen kommen nach verlängerter Tragzeit als Nesthocker (nackt und mit geschlossenen Augen) zur Welt. Bis zum Herbst/Winter bleiben sie bei ihrer Mutter. Dann suchen sie sich ein eigenes Territorium.
Der Naturschutzbund NABU Berlin hat unter dem Link https://berlin.nabu.de/imperia/md/nabu/images/regional/berlin/tiere/saeuger/waschbaer/steinmarder___nabu_berlin.pdf
eine bemerkenswerte Publikation zum Download bereit gestellt. Dort erfährt man vieles über den pfiffigen Marder – und wie man ihn wieder los wird, wenn er dem Haus oder dem Auto zu nahe kommt.
Zu den Bildern.
Oben: Durch das dichte Blätterkleid der Kirsche nur zu erahnen: Der Erntehelfer Steinmarder freute sich über den gedeckten Tisch.
Im Text: Baummarder (oben) mit gelbem Brustfleck, darunter der Steinmarder mit weißem Fleck. Abb. aus dem alten Dierksen „Tierkunde“ Bd. 1, Bayerischer Schulbuchverlag München 1971, S.31
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