Einst ein beliebtes Würzkraut

Knoblauchsrauke wächst in Parks und Siepen

0 11.05.2019

Liebe Kinder haben viele Namen. Und so wird Alliaria petiolata aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) auch Lauchkraut, Knoblauchsrauke oder Knoblauchhederich genannt. Alle Namen deuten auf eine Besonderheit hin: Zerreibt man die Laubblätter der Pflanze, riecht es nach Knoblauch.

Die Pflanze schmeckt auch danach und man verwendete sie früher als Gewürz in der Suppe. Allerdings wird beim Kochen der Knoblauchgeschmack zerstört. Heute empfehlen manche Küchenfeen, Blätter der Knoblauchsrauke in den Salat zu geben, in Kräuterbutter oder Quark, zu Kartoffel oder auf Brot zu essen. Aber: Wer Leckereien am Wegesrand sammelt, sollte vor dem Verzehr die Blätter gut waschen.

Allerdings schmeckt die Rauke etwas bitter. Das liegt an dem so genannten Senfölglykosid, das auch in Zwiebeln enthalten ist und wie das Allicin des Knoblauchs antiseptisch wirkt. Senfölglykoside gibt es außerdem in Kohl und Kresse. „Erfunden“ wurden diese Stoffe von den Pflanzen im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte, um Fraßfeinde zu vergrätzen. Die Knoblauchsrauke wird zwischen 20 und 100 Zentimeter hoch. Ihre kleinen, weißen Blüten erscheinen im April bis Juni und sie liebt Gebüsche, Waldränder, lichte und feuchte Wälder, aber auch Schuttplätze und Wegränder. Hauptsache der Boden ist locker, stickstoff- und nährstoffreich. Letztere Leidenschaft teilt sie mit der Brennnessel und mit ihr auch den Standort. Also: Vorsicht beim Pflücken, denn die Blätter des Krautes ähneln entfernt denen der Brennnessel. Sie sind ungeteilt, die unteren lang gestielt, nieren-herzförmig und grob gekerbt. Die oberen Blätter sind kleiner, herz-eiförmig und buchtig gezähnt.

Ihr Stängel ist schwach kantig und unten behaart. Die kleinen weißen Blüten der Knoblauchsrauke sitzen am Ende des Stängels in einem traubigen Blütenstand. Sie werden fünf bis acht Millimeter groß. Wie für Kreuzblütler typisch, sind die Blüten vierzählig. Die Pflanze bietet den Nektar, der sich an der Basis der Blüte sammelt, so frei zugänglich an, dass sich nebenBienen, Fliegen und Schwebfliegen auch Käfer als bestäubende Insekten einfinden. Und wenn mal niemand vorbeischaut, dann befruchtet sich die Pflanze selbst. Die Samen reifen in einer Schote heran, die drei bis sieben Zentimeter lang werden kann. Insgesamt wachsen in der Schote bis zu 16 Samen heran. Sind die Samen reif, wird die Schote trocken und braun, sie reißt auf und die Samen lösen sich ab, werden durch Wind oder Wetter verstreut oder reisen im Fell von Tieren noch eine Weile durch die Gegend, bevor sie irgendwo niederfallen und keimen können. Die Knoblauchsrauke wächst wild in den meisten Teilen Europas und Westasiens und kommt stellenweise in Nordafrika  vor. Auch in Nordamerika ist die Knoblauchsrauke verbreitet. Sie gilt dort als Neophyt, als pflanzlicher Neubürger, der sich dort ungehemmt (invasiv) verbreitet. Botaniker vermuten, dass die Knoblauchsrauke von europäischen Siedlern als Küchenkraut und Heilpflanze nach Nordamerika gebracht wurde.

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