Einfach sonnig: Schon Vincent van Gogh liebte dieses Gelb

Die Sonnenblume ist eine Pflanze mit Symbolkraft

0 03.09.2021

Die Sonnenblume ist eine Blume mit Symbolkraft: Die vor Kraft strotzende Pflanze kann über drei (bis zu fünf) Meter hoch werden, ihre kreisrunden, gelb bekränzten Blütenkörbe erinnern an die Lebensspenderin. Die Partei „Die Grünen“ nutzen die Symbolkraft der Pflanze seit ihrer Gründung. Doch auch Vincent van Gogh hatten es die Sonnenblumen angetan. Sein berühmtes Stillleben zierte als dekorativer Druck in den Sechzigern so manches Wohnzimmer.

"Helianthus annuus" gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine einjährige Pflanze. Die Sonnenblume erreicht normalerweise eine Höhe von bis zu etwa 3 m; in Einzelfällen und guter Düngung wird sie mitunter jedoch bis zu 5 m hoch. Keimen sie in einem kleinen Blumentopf bleiben sie kümmerlich.

Das Erkennungsmerkmal schlechthin sind die riesigen, gelben Blütenköpfe, die bis zu 60 cm Durchmesser besitzen und je nach Art auch rötlich bis rotbraun sein können. Die Blütenköpfe selbst bestehen aus sehr vielen kleinen, unscheinbaren Blüten in der Mitte, die von den meist gelben Blättern umgeben sind. Jede Blüte ergibt nach der Befruchtung einen Sonnenblumenkern. Die Blätter sowie der Stamm sind mit einer leicht stacheligen Behaarung versehen. Sonnenblumen sind zwar meistens unverzweigt, d.h. bilden pro Pflanze nur einen einzigen Blütenkopf aus, es existieren jedoch auch Arten, die auch verzweigt vorkommen.

Die Wildform der Sonnenblume hatte ein großes Verbreitungsgebiet in Nord- und Mittelamerika. Archäologen wiesen nach, dass von 2500 v. Chr. die Sonnenblume sowohl am Mississippi als auch in Mexiko domestiziert war. Spanische Seefahrer brachten dann im 16. Jahrhundert die Sonnenblume nach Europa, wo sie als Zierpflanze angebaut wurde.
Nicht nur im wissenschaftlichen Namen (Helianthus annuus) taucht die Sonne als Namensgeberin auf. Auf englisch heißt die Blume Sunflower, auf niederländisch Zonnebloem, auf französisch Tournesol, auf spanisch und portugiesisch Girasol und auf italienisch Girasole.
Der französische Name "Tournesol“ weist auf eine Besonderheit hin. Die Blütenstände junger Sonnenblumen können durch eine Wachstumsbewegung dem Gang der Sonne folgen (tourner = drehen) .
Bei älteren Pflanzen hört diese Bewegung auf und führt dazu, dass alle Blütenstiele gen Osten ausgerichtet sind. Unternimmt man einen Spaziergang um ein Sonnenblumenfeld, so lässt sich dieses Phänomen besonders eindrucksvoll erkennen: Kommt man von Westen, so sieht man nur die grünen Hochblätter der Blütenstände. Geht man weiter um das Feld herum, zeigen sich die Blütenstände zunächst in Kantenstellung, und schließlich blickt man auf Zehntausende goldgelber, gleichförmig ausgerichteteter Sonnenblumen.
Sonnenblumem gedeihen gut auf nährstoffreichen Böden. Anfang April kann man mit der Aussaat beginnen. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Pflanze zur Gewinnung von Öl genutzt. Wegen seiner hohen Hitzebeständigkeit kann Sonnenblumenöl auch als Frittieröl verwendet werden.

Bei landwirtschaftlich genutzten Sonnenblumen liegt der Ölgehalt der Frucht zwischen 48 und 52 Prozent. Raffiniertes Öl kann in Schmieröl, Treibstoffen und Weichmachern verwendet werden. Die Pressrückstände bzw. das entfettete Mehl dient als Viehfutter.

Zum Bild: Ein Nachzügler reckt aus einem Blumentopf sein gelbes Blumenkörbchen empor. Die winzige Sonnenblume wurde von den Schnecken übersehen und konnte als Zwerg zur Blüte gelangen. Ihre größeren Geschwister wären zwei, drei Meter hoch geworden, doch sie fielen den Schnecken zum Opfer.

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