Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns an:
Sie möchten Ihren Beitrag veröffentlichen lassen? Dann nutzen Sie unser
Sie möchten das ehrenamtlich arbeitende Nachrichtenportal borbeck.de unterstützen?
Mit einer Spende für mehr Inhalt und das interaktive leserfreundliche Layout helfen Sie uns sehr, aktuell und zuverlässig zu berichten, Tag für Tag! Auf Wunsch ist eine Spendenquittung möglich.
0 05.06.2026
Weiß der Kuckuck, wie Lychnis flos-cuculi in das wilde Beet meines Gartens geraten ist. Eigentlich ist die Kuckucks-Lichtnelke nämlich auf feuchten Wiesen zu Hause. Und so richtig feucht ist es auf dem wilden Garten-Beet nicht. Dafür sorgt schon die benachbarte, stattliche Korkenzieherweide, die für ihren Durst bekannt ist.
Vermutlich waren einige Samen in der Wildblumenmischung vorhanden, die es jetzt oft zu kaufen gibt. Und ein Same hat es geschafft über das Stadiu
m der Keimung hinaus zu kommen.
Die rosafarbene Blüte der Staude sieht arg zerzaust aus mit ihren tief geschlitzten Blütenblättern. Jedes Blütenblatt ist in vier schmale Streifen geteilt. Dadurch wirkt die Pflanze zart und filigran. Sie ist eine Schönheit, die besonders gut wirkt, wenn sie sehr zahlreich auf der feuchten Wiese auftritt. Es gibt Bilder, die zeigen ein wahres Blütenmeer.
Je nach Standort blüht die Kuckuckslichtnelke von Mai bis in den Juli hinein. Vielleicht stammt daher der Name? Denn im Frühling und Frühsommer kann man ja auch mit viel Glück den Kuckuck rufen hören.
Ein weiterer – vielleicht eher nachvollziehbarer - Grund für den Namen ist die so genannte „Kuckucksspucke“, die an der Pflanze haftet. Das sind kleine Schaumhäufchen an den Stängeln, die wie Spucke aussehen. Darin leben die Larven der Schaumzikaden. Sie saugen Pflanzensaft. Der Schaum schützt sie vor Fressfeinden und vor Austrocknung. Warum nun die Kuckuckspucke so heißt? Sie wird wohl mit der Rückkehr des Kuckucks aus seinen Überwinterungsgebieten Anfang Mai in Verbindung gebracht.
Zurück zur Kuckucks-Lichtnelke. Die Pflanze gehört zur Familie der Nelkengewächse und kann 30 bis 90 Zentimeter hoch werden. Bienen, Schmetterlinge, Nachtfalter und andere Insekten fliegen auf sie. Die einen mögen ihren Nektar, die anderen ernten den Pollen.
Doch leider immer seltener: da Feuchtwiesen trocken fallen oder trocken gelegt und intensiv genutzt werden, wird diese zerzauste Schönheit immer seltener.
Die größten Chancen in Essen dieses Pflänzchen zu finden hat man in der Heisinger Ruhraue, auf feuchten Wiesen der Wälder im Essener Süden, an der Ruhr in Kettwig, im Oefter Bachtal, auf feuchten Wiesen in Dellwig oder im Hexbachtal.
Im Schlosspark wird man sie kaum finden. Dort dürfte vermutlich der Stickstoffeintrag zu hoch sein. Den verträgt sie nämlich nicht. flora
Kommentare
Einen Kommentar schreiben