Eine Leckerei für Nachtfalter

Weiße Lichtnelke öffnet nachmittags ihre Blüten

0 29.05.2020

Sie blühen weiß, rosa oder rot: Viele Vertreter der Nelken-Familie sind an trockene Standorte angepasst. Man findet sie daher an Wegrändern und man pflanzt sie gerne in so genannte Steingärten. Nelken wurden schon im Mittelalter gezüchtet, gehegt und gepflegt. Auf Bildern alter Meister sind sie in allen Formen und Farben in Öl gemalt. Die Blume war ein Symbol für die Gottesmutter Maria und gedieh in Klostergärten. Kartäusernelken, Bartnelken, Kaisernelken: Es gibt mehr als 300 verschiedenfarbige Arten.

Sicher erkennt man die Nelkenfamilie an ihren fünf Blütenblättern und an den Knoten am Stängel. Wo der Knoten sitzt, teilt sich der Stängel, oder es sitzen dort zwei Blätter.

Wild wachsende Nelken findet man auch in unseren Breiten von Mai bis August auf fruchtbaren Wiesen, an Bachufern und Wegesrändern. Häufig sind es die rosa Blüten der Kuckuckslichtnelke. An ihren Stängeln klebt oft eine weiße schaumige Masse. In ihr steckt die Larve der Schaumzikade. Der Volksmund bezeichnet ihn als Kuckucksspucke, daher der Name der Pflanze.

Nahe verwandte Nelkenarten sind die rote und die weiße Lichtnelke (Foto von Andreas Koerner), das nickende Leimkraut, der Taubenkropf mit seinem eigenartig aufgeblasenen Kelch, das Seifenkraut und die nahezu ausgestorbene Kornrade. Vogelmiere und Ackerhornkraut gehören ebenfalls zu den Nelkengewächsen.

Zurück zur Weißen Lichtnelke: Ihre Blüten öffnen sich erst am Nachmittag und verströmen dann ihren angenehmen Duft, um die Nachtschmetterlinge anzulocken. Bereits in der Dämmerung schließen sie sich wieder. Man findet die Weiße Lichtnelke recht häufig in Unkrautfluren der Schuttplätze, sowie an Wegen und Ackerrändern. Sie liebt ziemlich stickstoffreiche, nicht allzu basenarme Lehmböden. Und die Lichtpflanze braucht es hell.

Die krautige Pflanze ist ein- oder mehrjährig und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern. Der Stängel ist an der Basis verzweigt und drüsig weich behaart. Ihre Blätter sind drei bis 10 Zentimeter lang, eirund, meistens zugespitzt, nach dem Grunde schmaler werdend und unten gestielt. Sie besitzt weiße Kronblätter, die etwa drei Zentimeter lang werden. Die Kelchblätter sind etwa 1,5 bis 3 cm lang und besitzen schmale dreieckige Kelchzähne. Der Kelch der männlichen Blüten ist zehnnervig, der der weiblichen Blüten 20-nervig. Nur bei letzteren und bei zwittrigen Blüten ist der Kelch aufgeblasen.
Aus der Blüte entwickelt sich die eiförmige Kapselfrucht, in etwa gleicher Größe wie der Kelch, mit nach außen gekrümmten Zähnen. Die Kapsel enthält ca. 1,5 Millimeter lange schlanke graue bis dunkelgraue bis braune Samen.

Diese haben übrigens mit der als „Gewürznelke“ im Sauerkraut befindlichen Gewürz nichts zu tun. Überhaupt nichts. Der Gewürznelkenbaum gehört zu einer ganz anderen Familie und ist ein eigenes Kapitel in dieser Reihe wert.

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