Eine "kohlossale" Familie

Zu den Kreuzblütengewächsen zählen auch Grün- und Rosenkohl

0 24.11.2023

Die Familie der Kreuzblütengewächse (lat. Cruciferae) ist eine ko(h)lossale. Weltweit zählen Botaniker über 4000 Arten, von denen einige vom Menschen seit vielen Jahrhunderten zu Kulturformen des Gemüsekohls (lat. Brassica oleracea) herangezüchtet wurden. Dazu gehören beispielsweise Weißkohl, Rotkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Kohlrabi.

Aber auch Pak Choi, Steckrübe, Raps und Senf, Meerrettich und Kresse zählen dazu. Alle lecker.

Die Familie enthält aber auch hübsche Zierpflanzen wie Goldlack, Nachtviole oder Färberwaid, die unterschiedlich stark giftig sind.

Ein Merkmal tragen alle Familienmitglieder: Die vier Kronblätter der Blüte stehen sich kreuzförmig gegenüber. Die Früchte der Kreuzblütengewächse werden Schoten genannt, wenn sie mindestens dreimal so lang wie breit sind, oder Schötchen, wenn sie gedrungener sind.

Die Samen in den Schoten sind ölhaltig. Rapsöl, zum Beispiel wird sowohl zur Herstellung von Biokraftstoffen und als Speisefett verwendet.

Zurück zum Kohl: Zwei Kohlarten sind unser Wintergemüse schlechthin. Grünkohl und Rosenkohl. Sie können nämlich Temperaturen bis zu 10 Grad Minus locker verknusen.

Grünkohl bildet – anders als Weiß- und Rotkohl – keine Köpfe. Die krausen Blätter wachsen krautig, die Stängel aufrecht. Sie können je nach Sorte 100 cm hoch werden die krausen Blätter breiten sich aus. Ab November bis März kann man den Blattkohl ernten. Er gilt als besonders gesund, enthält er doch Vitamin C, B, E, K und Folsäure, beachtliche Mengen an Mineralstoffen, Senföle, Proteine, Kohlenhydrate, Ballaststoffe. Er gilt als verdauungsfördernd, entzündungshemmend, blutdrucksenkend.

„Nach dem ersten Frost kann man Grünkohl ernten“, lautet eine sich hartnäckig haltende Meinung. Dabei brauchen die Blätter nicht zwingend Frost, um ihren aromatischen Geschmack zu entwickeln. Es reicht, wenn es ein paar Tage unter 7 Grad Celsius kalt ist, damit sich in den Blättern genügend Zucker einlagert und dem Kohl einen milderen Geschmack verleiht.

Grünkohl-Renaissance in der Küche

In der Küche hat Grünkohl eine Renaissance erlebt. Allerdings landet er häufig nicht mehr wie zu Großmutters Zeiten mit Wurst im Topf, sondern püriert im Smoothie. Auch gibt es Grünkohlchips, die im Backofen mit Öl geröstet werden.

Rosenkohl ist ebenfalls eine gezüchtete Varietät des Gemüsekohls und gehört zur großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. An einem hohen Stängel (50 bis 70 cm) bilden sich die dicken, grün-weißen Knospen oder Blattröschen.Sie werden geerntet, wenn sie einen Durchmesser von 10 bis etwa 50 mm haben.

Rosenkohl ist eine so genannte zweijährige Pflanze. Werden die Röschen nicht abgeerntet, dann treiben sie im zweiten Jahr nach dem Winter zu Sprossen aus, die im Sommer kleine gelbe Blüten tragen.

Erste Belege für den Anbau von Rosenkohl werden datiert auf das Jahr 1587 in im heutigen Belgien. Im deutschsprachigen Raum wurde er als „Brüsseler Sprossen“ oder „Brüsseler Kohl“ bekannt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Rosenkohl als Wintergemüse in ganz Europa beliebt.

Frühe Sorten können schon im Herbst geerntet werden. Haupterntezeit sind aber November und Dezember. Bis zu -10 Grad Celsius kann Rosenkohl vertragen. Wird es aber mehrmals kälter, schadet das den Röschen sehr.

Rosenkohl schmeckt als Salat und gekocht als Gemüse und lässt sich hervorragend einfrieren. Er enthält viele Mineral- und Ballaststoffe sowie die Vitamine A, B2 und C. Des einen Leid, des anderen Freud: Früher schmeckte Rosenkohl sehr bitter. Wer das mag, wird seit den 1990er Jahren enttäuscht. Der bittere Geschmack wurde weggezüchtet.

Zu den Bildern:

Grünkohl bildet keine Köpfe aus. Seine krausen Blätter sitzen locker am Stängel. Foto: flora

Röschen an Röschen sitzt an dem langen Stängel. Man kann Rosenkohl wie Grünkohl den ganzen Winter über ernten. Foto: flora



 

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