Eine giftige Schönheit

Die Herbstzeitlose blüht in zart blauviolett

0 22.10.2021

Etwa im September, Oktober, wenn die meisten Blumen verwelkt und ihre Samen gereift sind, blüht die Herbstzeitlose. Auf feuchten Wiesen und Weiden schiebt sie ihre blass-violetten Blüten ans Tageslicht. Die Blüte von Colchicum autumnale“, so der wissenschaftliche Namen, ähnelt im Aufbau der einer Tulpe. Vom Aussehen könnte man sie am ehesten mit einem Krokus verwechseln. (Jawoll: Es gibt auch Krokusse, die im Herbst blühen.) Wohl dem also, der bis sechs zählen kann! Krokusse haben nämlich drei Staubblätter, Herbstzeitlose sechs (und drei Griffel).

Ihre sechs Blütenblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen, die quasi als Blütenstielersatz bis zur Knolle tief in den Boden reichen.Ist die Blüte befruchtet, stirbt sie ab – bis auf den Fruchtknoten, der frostsicher im Boden untergebracht ist. Man sieht dann von der Herbstzeitlosen also nichts mehr an der Oberfläche.

Im Frühjahr beginnt ein Spross aus der unterirdischen Knolle zu wachsen. Die Pflanze bildet tulpenähnliche, dunkelgrüne Laubblätter aus. Und auch der Fruchtknoten kommt jetzt ans Tageslicht. Er schwillt dann an und produziert kleine braune Samen in einer Kapsel. Die Kapsel öffnet sich im Juni. Die grünen Pflanzenteile nähren die Frucht und den untersten Teil des Stängels, der zur Knolle für das nächste Jahr heranwächst. Die alte Knolle stirbt ab.

Die Herbstzeitlose enthält in allen Teilen ein starkes Gift (Colchizin), das selbst im Heu seine Wirkung nicht verliert. Die Herbstzeitlose ist daher auf Viehweiden nicht gut gelitten. Verwendet wird es in der Medizin, um einen akuten Gichtanfall einzudämmen.

Im Gartenhandel kann man Herbstzeitlose kaufen – daher sind auch in Essen mitunter diese giftigen Schönheiten zu finden.

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