Ein Fan - zwei Spiele lang

0 28.05.2026

Sie ahnen es bestimmt schon: Klein-Monica hat schon immer lieber Stadt-Land-Fluss gespielt, als irgendwelchen Bällen hinterher zu jagen. Alles, was mit Geschwindigkeit zu tun hatte, war ihr unangenehm. Memory war prima, Kartenspiele waren okay, vorausgesetzt man musste nicht mit Muttern spielen. Die gewann nämlich beim Rommé immer.´

Das Interesse an Fußballspielen von Rot-Weiß Essen, das man damals noch mit "ß" schreiben durfte, erwachte nur dann, wenn Vattern beschloss, mit Kind und Kegel nach Rot-Weiß zu pilgern. Monica erinnert sich noch heute ungern an die langen Fußmärsche über die Bottroper Straße bis zur Hafenstraße. Für ein Schulkind, das lieber Memory spielte, eine echte Herausforderung. Zum Bewunderer der Rot-Weißen wurde Monica immer dann, wenn Tore auf der richtigen Seite fielen. Siegten "unsere", gab's hinterher ein Pommes mit Mayo.

Einmal, ich erinnere mich genau, und rückblickend würde ich sagen, es war der Aufstieg in die Bundesliga, gab es nicht nur Pommes von Schachlick Else, sondern sogar ein gegrilltes Hähnchen für die ganze Familie dazu! Glückliche Zeiten.

Danach war für Monica jahrzehntelang RWE-Pause. Bis zur letzten Woche. Monica hatte sich im Schlosspark im Biergarten niedergelassen, als die Rot-Weissen (jetzt mit doppel "s") zu Hause gegen Greuther Fürth um den Aufstieg kämpften. Der Fernseher lief und Monicas Chancen auf ein Pommes mit Mayo stiegen in der zweiten Halbzeit. Lecker.

Das spannende, aber im Ergebnis enttäuschende Spiel bei den Greuthern verbrachte Monica vor der heimischen Flimmerkiste. Statt Pommes: Ein Äpfelchen in Achtel geschnitten.

Ist ja auch viel gesünder.

Bis dahin

Monica

 

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