Ein Winzling auf Landgang

Die Mauerassel ist das Höhlentier des Jahres 2020

0 13.02.2020

Ist die Mauerassel ein Insekt, ein kleiner Tausendfüßler, ein Spinnentier oder ein Krebs? Tja. Wer weiß denn so was? Auf jeden Fall ist die Mauerassel vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher zum Höhlentier 2020 gewählt worden. In einer Höhle fühlt sich das Tierchen am allerwohlsten. Zur Not nimmt es auch mit einem kühlen, feuchten Keller, vorlieb oder mit einem Laubhaufen oder einen Hohlraum unter einem Stein, Hauptsache es ist schön dunkel und die Luftfeuchtigkeit stimmt und das Tierchen trocknet nicht aus.

Im Gegensatz zu Insekten, die sechs Beine haben oder Spinnentiere mit acht Beinen, hat die Mauerassel 14 Beine. "Oniscus asellus", so der wissenschaftliche Name, gehört zu den Landasseln, die sich als einzige Krebstiere völlig an ein Leben auf dem Land angepasst haben. Sie müssen die Eier oder Larven nicht mehr in ein Gewässer abgeben, sondern legen sie in einen wassergefüllten Brutbeutel (Marsupium) auf der Körperunterseite des weiblichen Tieres. Dort reift der Nachwuchs heran. Doch wie alle Krebse atmet auch die Mauerassel über Kiemen.

Der Körper der Mauerassel ist bis zu 18 mm lang, deutlich abgeflacht und dunkelgrau bis schwarzbraun gefärbt. Die Oberseite ist körnig und weist zum Körperende hin kleiner werdende helle Flecken und Punktreihen auf. Das unterscheidet sie von der ebenfalls häufig anzutreffenden Kellerassel, mit der sie sich oft eine Unterkunft teilen.

Was frisst man so als Assel im Keller oder einer Höhle? Was sie finden, möchte man sagen. Asseln sind Generalisten, d.h. sie ernähren sich von Pflanzenresten, abgestorbenen Tieren und Totholz. Jedem Tierchen sein Plaisierchen: Die Mauerasseln können ihren eigenen Kot verdauen und ihm so auch die allerletzten Nährstoffe entziehen.

Drei bis viermal im Jahr kann sich die Mauerassel fortpflanzen. Mehrere Dutzend Eier entwickeln sich im Brutbeutel zu Jungtieren und schlüpfen dann. Nach drei Monaten sind sie geschlechtsreif. Weil ihre Haut nicht mitwächst, müssen sich die Tiere ihr Leben lang häuten, das kann bis zu zwei Tage lang dauern. Bis zur Geschlechtsreife sind es etwa 15 Male. Insgesamt können die Tiere bis zu zwei Jahre alt werden.

Zum Bild: Ihre Häufigkeit und die Tatsache, dass die Tierart auch für den Laien leicht erkennbar ist, führten dazu, dass diese Landassel zum "Höhlentier 2020" gewählt wurde. Die Mauerassel steht für eine Vielzahl von Tierarten, die auf geschützte unterirdische Rückzugsorte angewiesen sind. Foto Klaus Bogon

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