Ein wilder Jäger in der Stadt

Jetzt ist die Balz der Habichte in vollem Gange

0 04.03.2021

Verliebte Habichte in der Stadt? Ja, die gibt‘s tatsächlich. Vogelkundler Uwe van Hoorn konnte schon im Februar ein Habicht-Paar bei der Balz beobachten. Sein Foto gelang im Borbecker Schlosspark.

Habichte sind mittelgroße Greifvögel. Ihr Körper kann zwischen 46 und 63 Zentimeter lang sein, die Flügelspannweite 89 bis 122 cm betragen. Das Besondere bei Habichten ist, dass das Weibchen deutlich größer und schwerer ist als das Männchen (auch Terzel genannt). So kann das kleinste Männchen ein gutes Pfund auf die Waage bringen, das größte Weibchen über zwei Kilo. Ausgewachsene Habichte sind auf der Oberseite graubraun, auf der Unterseite weiß mit einer dunkelbraunen Querbänderung, wie sie auch für Sperber typisch ist. Gelb sind die Beine, die so genannte Wachshaus am Schnabel und die Iris der Augen, die mit zunehmenden Alter auch orange-rot werden kann. Im Gefieder schauen sich Männchen und Weibchen recht ähnlich.

Sie sind nicht die schnellsten Flieger, aber sehr wendig. Auf engem Raum können die Greife wacker die Richtung wechseln, um für sich ein Frühstück zu erjagen. Dazu tragen die Flügel bei. Sie sind sind relativ kurz, breit und an ihren Spitzen gerundet. Der Schwanz ist relativ lang.

Bei der Jagd nutzen die Vögel Hecken, Bäume aber in der Stadt auch Häuser sehr geschickt als Deckung aus der sie ihre Beute schlagen. Sie verfolgen ihre Beute gewandt kurz über den Boden. Sturzflüge kann man bei Habichten nur selten beobachten. Habichte fressen (mittel)große Vögel - bis zur Hühner- und Gänsegröße - und Säugetiere bis etwa zur Größe eines Kaninchens. Im Frühjahr und Sommer stehen nestjunge Vögel auf dem Speisezettel, mitunter greifen die Habichte das ganze Nest und bringen es zu ihrem so genannten Rupfplatz.

Habichte sind monogam und schätzen es gar nicht, wenn ein Eindringling das Weibchen abspenstig machen möchte. Das Revier wird durch laute Rufe und Schauflüge markiert. Nur wenn das nicht ausreicht, um den anderen zu vertreiben, erfolgen auch direkte Angriffe.

Um selber Horste anzulegen, brauchen Habichte einen geeigneten Baumbestand im Wald oder im Park. Die Bäume müssen recht hoch (also Pi mal Daumen über 60 Jahre alt sein). Damit die Greife brüten, muss außerdem der Speisezettel stimmen.

Habichte bauen große Nester auf den höchsten Bäumen im Umkreis. Die Horste werden oft über Jahre genutzt. Beginnt die Balz, wird der alte Horst mit frischen Zweigen ergänzt. Ab Mitte März bis Mitte April legt das Weibchen zwei bis vier Eier ins Nest. Die Eier sind blassgrün oder blassblau. Gebrütet wird knapp 40 Tage. Dann schlüpfen die Jungvögel, die nach weiteren 40 bis 45 Tagen flügge sind. Im Revier der Eltern bleiben sie dann noch drei bis sechs Wochen, bis sie sich ein eigenes suchen. Gebrütet wird einmal im Jahr.

Dass Habichte nicht nur Straßen- Krähen oder Elstern erbeuten, sondern häufig auch Fasane, Hausgeflügel und Brieftauben, hat sie in den vergangenen Jahrhunderten nicht gerade beliebt gemacht. Jäger und Kleintierzüchter verfolgten den Greif und reduzierten den Bestand. Etwa ab Anfang der 1970er Jahre wurde der Habicht unter ganzjährig Schutz gestellt. Seitdem war in vielen Teilen Europas und Deutschlands eine deutliche Bestandszunahme zu verzeichnen. Die Anzahl der Brutpaare wird in Deutschland auf 11.500–16.500 geschätzt (nabu).

Zum Bild: Hoch oben in der Baumkrone sitzt das junge Paar. Etwas genauer muss man schon hinschauen, um den zweiten Vogel zu entdecken. Foto: Uwe van Hoorn

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