Ein toller Taucher

Kormoran trocknet sein Federkleid in der Frühlingssonne

0 17.04.2020

Mit weit ausgebreiteten Flügeln steht ein Kormoran auf der Insel im Teich der Residenzaue und lässt sich den Wind durch die Federn wehen. Das muss er tun. Denn im Gegensatz zu all den anderen Wasservögeln um ihn herum wird das Federkleid von Phalacrocorax carbo, so der wissenschaftliche Name, nass, pudelnass sogar, wenn er fischen geht. Seine Federn sind nämlich nicht wasserabweisend.

Der Name „Kormoran" kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet „Meerrabe“: Sie sind rabenschwarz und leben am Meer oder an Seen.

Von der Schnabelspitze bis zum Schwanz messen Kormorane etwa 90 Zentimeter und von einer Flügelspitze zur anderen 140 Zentimeter. Sie sind also etwa so groß wie Gänse.

Am Schnabel-Ansatz und an der Bauchseite über den Füßen befindet sich zur Paarungs- und Brutzeit jeweils ein großer, heller Fleck. Der Schnabel ist gelb, und der Oberschnabel ist wie ein spitzer, scharfer Haken nach unten gekrümmt.

Junge, noch nicht ausgewachsene Kormorane sind bräunlich und am Bauch oft weißlich. Ihre Füße haben Schwimmhäute. Der Kormoran, dessen grüne Augen an Edelsteine erinnern, ist ein Meistertaucher. Bis zu 90 Sekunden lang und 30 Meter tief kann er tauchen. Dabei fängt er alles, was ihm vor den Schnabel kommt. Sie sind Nahrungsopportunisten und haben es nicht auf eine bestimmte Fischart abgesehen. Darum stehen vor allem häufige und wirtschaftlich unbedeutende „Weißfische“ wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische auf ihrem Speiseplan, die besonders in nährstoffreichen Gewässern in großen Mengen vorkommen. „Edelfische“ wie Felchen oder Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus.

Kormorane gibt es fast überall auf der Welt: Sie leben in Europa, Asien, Australien, Afrika und im Osten Nordamerikas. Nur in Südamerika fehlen sie.

Wenn alles glatt geht in einem Kormoran-Leben und kein Jäger ihn erwischt, können die Tiere rund 13 Jahre alt werden. Allerdings trachten Fischer und Angler dem Vogel seit vielen Jahren nach dem Leben. Das ging sogar so weit, dass vor knapp 40 Jahren Kormorane in Deutschland beinahe ausgestorben waren. Erst nach konsequentem Schutz durch die EG-Vogelschutzrichtlinie (1979) erholten sich der Bestände wieder. Die Zahl der Brutpaare wird heute auf etwa 24.000 geschätzt, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren stabilisiert.

Dennoch: Vor zehn Jahren wählten der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern den Kormoran zum „Vogel des Jahres“. Die beiden Verbände wollten sich damit offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden geschossen und vertrieben wird.

Zum Bild: Auch in Essen fühlt sich der Vogel pudelwohl. Das Foto von einem Kormoran im Brutkleid machte Uwe van Hoorn im Borbecker Schlosspark. Gebrütet wird allerdings in höheren Bäumen in der Heisinger Aue.

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