Ein Spätaufsteher!

Der Dolden-Milchstern ist besonders hübsch anzusehen

0 19.05.2022

Auf einmal war er da, der Dolden-Milchstern. Er blühte weiß und unschuldig auf der Wiese vor sich hin. Im vorigen Jahr waren es erst fünf, sechs Exemplare, und nun sind es schon ein paar Büschel. Weil er so hübsch und so zierlich ist, muss der Rasenmäher jetzt drumherum einen Bogen fahren.

Eingewandert ist er aus Nachbars Garten – keine Frage. Gaaanz ursprünglich aber kommt diese im Frühjahr blühende Zwiebelpflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum, aber inzwischen ist sie auch in Mitteleuropa heimisch.

Die zierlichen Blüten von Ornithogalum umbellatum – so der wissenschaftliche Name - sind locker in einer so genannten Schein-Dolde angeordnet. Zwischen drei und zwölf Blüten stehen so zusammen. Die Blütenblätter sind weiß und haben an ihrer Außenseite einen grünen Streifen in der Mitte. Aufgeblüht sieht die Blüte aus wie ein Stern, etwa vier Zentimeter groß. Im Zentrum sieht man die hübschen dreieckigen Staubblätter und die gelbe Narbe.

Der Milchstern ist der Spätaufsteher unter den Frühjahrsblühern. Er blühte nicht vor April, aber dafür je nach Standort bis Anfang Juni. Seine Blüten öffnen sich erst am späten Vormittag und auch nur wenn die Sonne scheint. Dann fliegen Insekten auf den Milchstern und bestäuben ihn. Zur Not, kann er das aber auch selber. Er hat sowieso ein hervorragendes Überlebenskonzept: Wie alle Zwiebelpflanzen vermehrt er sich durch Samen und die Bildung von Tochterzwiebeln.

Für den Garten ist der Dolden-Milchstern wie geschaffen. Er mag Wiesen und Wegränder und ist auch mit einem schattigem Plätzchen einverstanden. Er hat gerne leicht feuchten und mäßig nährstoffhaltigen Boden. Das ist wohl in den meisten Gärten so. Und er kommt immer wieder, Jahr für Jahr. Seine weißlichen Zwiebeln sind bis zu vier Zentimeter groß. Im Frühjahr schickt die Pflanze zuerst ihre schmalen Blätter ans Tageslicht, dann folgen die Blütentriebe. Bis zu 30 Zentimeter kann der Dolden-Milchstern groß werden. Besonders praktisch: Ist die Pflanze verblüht, kann man gnadenlos mit dem Rasenmäher über die Wiese gehen. Die Blätter werden nämlich schon während der Blüte wieder eingezogen.

Nur die reifen Samenstände bleiben länger stehen. Ameisen mögen das fetthaltige Anhängsel der Samen, schleppen diese deshalb in ihren Bau und tragen so zur Verbreitung bei.

Für zweibeinige Säugetiere heißt es aber: Die Pflanze ist nicht zum Verzehr geeignet. Sie enthält vor allem in den Zwiebeln Giftstoffe. Und dabei gehört der Dolden-Milchstern zur gleichen Familie wie unser Spargel! flora

Zum Bild: Wo sich der Dolden-Milchstern wohl fühlt, breitet er sich von alleine aus. Er braucht keine Pflege und ist trotzdem hübsch. Foto: flora<

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