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0 14.05.2026
Auf einmal war er da, der Dolden-Milchstern. Er blühte weiß und unschuldig auf der Wiese vor sich hin. Im vorigen Jahr war es erst ein Exemplar, und nun sind es schon ein paar Büschelchen. Weil die Blüten so hübsch und so zierlich sind, muss der Rasenmäher jetzt drumherum einen Bogen fahren. Überhaupt kommt man in den Genuss von den – und anderen kleinen Blüten – nur, wenn man nicht alle fünf Minuten mit dem Mäher durch den Garten pflügt.
Eingewandert ist der erste Dolden-Milchstern aus Nachbars Garten – keine Frage. Ganz ursprünglich aber kommt diese im Frühjahr blühende Zwiebelpflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum, aber inzwischen ist sie auch in Mitteleuropa heimisch.
Eigentlich handelt es sich beim Dolden-Milchstern um eine ganze Gruppe von Unterarten. Selbst Botaniker haben Schwierigkeiten die Unterarten auf Anhieb zu bestimmten. Außer dem Dolden-Milchstern gibt es noch rund 80 andere Arten in der Gattung Ornithogalum.
Kurios: Einsortiert haben ihn die Botaniker in die Pflanzenfamilie der Spargelgewächse (Asparagaceae).
Man findet ihn auch noch bei den Hyazinthengewächsen oder bei den Liliengewächsen.
Die zierlichen Blüten von Ornithogalum umbellatum – so der wissenschaftliche Name - sind locker in einer so genannten Schein-Dolde angeordnet. Zwischen drei und zwölf Blüten stehen so zusammen. Die Blütenblätter sind weiß und haben an ihrer Außenseite einen grünen Streifen in der Mitte. Aufgeblüht sieht die Blüte aus wie ein Stern, etwa vier Zentimeter groß. Im Zentrum sieht man die hübschen dreieckigen Staubblätter und die gelbe Narbe.
Übersetzt bedeutet der lateinische Gattungsname Ornithogalum so viel wie Vogelmilch (ornis = Vogel und gala = Milch). Milchweiß sind ja die Blüten.
Der Milchstern ist der Spätaufsteher unter den Frühjahrsblühern. Schneeglöckchen, Krokus und Co. sind früher dran. Er blüht nicht vor April, aber dafür je nach Standort bis Anfang Juni. Seine Blüten öffnen sich erst am späten Vormittag und auch nur wenn die Sonne scheint. Dann fliegen Insekten auf den Milchstern und bestäuben ihn. Zur Not, kann er das aber auch selber. Er hat sowieso ein hervorragendes Überlebenskonzept: Wie alle Zwiebelpflanzen vermehrt er sich durch Samen und die Bildung von Tochterzwiebeln.
Für den Garten ist der Dolden-Milchstern wie geschaffen. Er mag Wiesen und Wegränder und ist auch mit einem schattigem Plätzchen einverstanden. Er hat gerne leicht feuchten und mäßig nährstoffhaltigen Boden. Das ist wohl in den meisten Gärten so. Und er kommt immer wieder, Jahr für Jahr. Seine weißlichen Zwiebeln sind bis zu vier Zentimeter groß. Im Frühjahr schickt die Pflanze zuerst ihre schmalen Blätter ans Tageslicht, dann folgen die Blütentriebe. Bis zu 30 Zentimeter kann der Dolden-Milchstern groß werden. Besonders praktisch: Ist die Pflanze verblüht, kann man gnadenlos mit dem Rasenmäher über die Wiese gehen. Die Blätter werden nämlich schon während der Blüte wieder eingezogen. Nur die reifen Samenstände bleiben länger stehen. Ameisen mögen das fetthaltige Anhängsel der Samen, schleppen diese deshalb in ihren Bau und tragen so zur Verbreitung bei.
Für zweibeinige Säugetiere heißt es aber: Die Pflanze ist nicht zum Verzehr geeignet. Sie enthält vor allem in den Zwiebeln Giftstoffe. flora
Zum Bild: Wo sich der Dolden-Milchstern wohl fühlt, breitet er sich von alleine aus. Er braucht keine Pflege und ist trotzdem hübsch. Foto: flora
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