Die Mauken des älteren Bruders

0 05.07.2019

Bambule im Freibad, das gab es schon zu Klein-Monicas Zeiten unterm Birnbaum. Hatte Vattern nach ausgiebigem Quengeln der kleinen Kröte die Zinkwanne mit Hilfe des Gartenschlauchs gefüllt, bekam Monica schnell Konkurrenz. Endlich fröhlich in der Wanne planschend, wollte mit Sicherheit einer der größeren Brüder seine Mauken im Pullefass kühlen. Ich sag's Ihnen: Es gibt nicht viel Schlimmeres im Leben einer Sechsjährigen, als die Stinkfüße eines Bruders. Es wurde laut und handgreiflich. Der Bademeister musste kommen und drohen, mit dem Badewasser die Blumen zu gießen. Als Freibad hätte unser Garten niemals fünf Sterne bekommen.

Hesse hingegen hat auf einer Bewertungsskala (facebook) viereinhalb Sterne! Gratulation! Zumal in Zeiten wie diesen!

„Dem hau‘ ich in die Schnauze“ hörte eine liebe Freundin einen (schätzen kann sie schlecht) Mittvierziger drohen (übrigens ein „guter deutscher Familienpapi“), der mit einer Gruppe acht- bis elfjähriger Jungen gerade ins Borbecker Hallenbad ging. „Dem hau‘ ich in die Schnauze“: Das klang nicht nach Scherz oder Witzemachen. Bestenfalls war es einfach so daher gesagt. Gedankenlos, aber vielleicht nicht wirkungslos. Wie klingt das in den Ohren von Kindern, die in dem Mann möglicherweise ein Vorbild sehen? Ich weiß es nicht. Bin ich zu pingelig? Jetzt stiefle ich mal eben in den Garten und mache ein Foto für Sie.

Die Zinkwanne kommt nämlich immer noch zu Ehren, nur ganz anders. Ein schönes Wochenende! Monica

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