Die Kirche im Dorf lassen

0 04.03.2024

SCHÖNEBECK. Die Kirche im Dorf lassen – in kaum einer anderen Groß-Borbecker Gemeinde ist dieser Wunsch wohl ausgeprägter als im "Dörfchen" Schönebeck, wo die Kirche St. Antonius Abbas seit bald einhundert Jahren zum Ortsbild gehört. Hier sehen wir das Gotteshaus auf einer alten Postkarte aus der Sammlung von Wilhelm Küpper.

Benannt ist sie nach Antonius dem Großen, auch Antonius Abbas oder Antonius Eremita genannt, dem Schutzheiligen der Bauern und ihrer Nutztiere, der Sauhirten und Metzger, auch Schutzheiliger gegen Seuchen. Er wurde um 251 geboren. Antonius war ein ägyptischer Asket und Einsiedler. Er wird als „Vater der Mönche“ bezeichnet. Durch das Bibelwort „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben“ (Matthäus, 19,21) inspiriert, verschenkte er seinen Besitz und zog sich in die Einsamkeit zurück. Er wurde Vorbild für Generationen von Eremiten.

Die Schönebecker Kirche wurde von 1925 bis 1927 erbaut. Wie so oft, hatte es zuvor jahrelang ein Provisorium gegeben, in dem sich die Gläubigen zum Gebet versammelten: Im September 1899 war der erste Rektor der Notkirche St. Antonius Abbas ernannt worden, knapp zehn Jahre später wurde man "richtige" Pfarrgemeinde. Der Grundstein für die Kirche wurde am 5. Juli 1925 gelegt, Weihbischof Hammels weihte den Neubau am 8. Mai 1927. Im Krieg wurde das Gebäude durch Bombenangriffe am 4. März 1943 und am 23. Oktober 1944 zerstört. Der Wiederaufbau war erst 1957 abgeschlossen.

Vor einigen Jahren geriet die Kirche im Zuge der Sparmaßnahmen des Bistums auf die Schließungsliste, wogegen sich vor Ort ungewöhnlich heftiger Protest erhob. Und so steht St. Antonius Abbas noch heute mitten im Dorf und macht durch Veranstaltungen wie "Ecclesia Lumina" von sich reden.

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