Die ersten läuteten schon viel eher

Maiglöckchen stehen für Liebe und Glück

0 02.05.2024

Die ersten Maiglöckchen läuteten schon Anfang April. Jetzt sieht und riecht man sie in vielen Gärten: Maiglöckchen stehen in voller Blüte.

Convallaria majalis – so der wissenschaftliche Name – wächst wild in den Buchen- und Eichenwäldern West- und Mitteleuropas. Aber auch in lichten Kiefernwäldern kann das Maiglöckchen dichte Bestände bilden. Doch Finger weg: Die natürlichen Vorkommen sind rar und daher streng geschützt! Man darf die Blume noch nicht einmal pflücken!

Maiglöckchen werden aber auch in Hausgärten gehalten, weil sie so hübsch sind und so herrlich duften. Fünf bis zehn glockenförmige weiße Blüten stehen in einer lang gestielten Traube und „nicken“ mit ihren Köpfchen mehr oder weniger in eine Richtung. Die Blüten sind sechs bis neun Millimeter groß. Die sechs weißen miteinander verwachsenen Blütenblätter bilden die „Glöckchen“.

Mit dem Duft lockt das Maiglöckchen potenzielle Bestäuber an. Dabei hat es gar keinen Nektar zu vergeben. Es besitzt aber am Blütengrund in der Nähe des Fruchtknotens ein vor Saft strotzendes Gewebe, das zum Beispiel von Bienen gerne angezapft wird.

Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich im August die leuchtend roten Beeren. Sie enthalten jeweils zwei bis sechs Samen. Amseln und andere Vögel verspeisen die Beeren recht gerne, sie scheiden die Samen aber wieder aus und sorgen so für die Verbreitung des Maiglöckchens.

Maiglöckchen müssen aber, um sich zu vermehren gar keine Samen bilden. Im warmen, humusreichen Boden verbreiten sich die Pflanzen an schattigen Standorten sehr schnell durch unterirdische Ausläufer.

Diese bis zu 50 Zentimeter tief wurzelnden Rhizome schicken dann ab Anfang April Blätter durch den Erdboden an die frische Luft. Anfangs sind die Blätter noch wie eine Tüte spitz zusammengerollt. Das hilft, den Erdboden zu durchbrechen. Die Laubblätter werden recht groß, ausgebreitet sehen sie der Spitze einer Lanze ähnlich, „lanzettlich“ sagt der Botaniker. In den dunkelgrünen Blättern verlaufen die Blattadern beinahe parallel, so wie bei einer Tulpe. Das ist ein Kennzeichen der so genannten „einkeimblättrigen“ Pflanzen.

Maiglöckchen werden 10 bis 30 Zentimeter groß. Sie lieben es warm im Sommer, aber brauchen halbschattige Standorte. Der Boden darf kalkreich sein, aber auch sauer. In sehr schattigen Waldlagen bildet die Pflanze oftmals nur Blätter, jedoch keine Blüten aus. Die Ausbreitung erfolgt dann über die Wurzelausläufer.

Das Maiglöckchen wird auch als Schnittblume und für Topfpflanzen angebaut. Bei der Vermehrung durch Teilung der Rhizome ist zu beachten, dass sich erst im zweiten Jahr Blüten entwickeln.

Das Maiglöckchen ist wegen der in der Pflanze enthaltenen Glykoside zugleich Gift- und Heilpflanze. Die Glykoside des Maiglöckchens wirken ähnlich wie die Wirkstoffe des Roten Fingerhuts. Deshalb können bei Einnahme zu großer Mengen Herzrhythmusstörungen auftreten. Die Substanzen sind wasserlöslich, deshalb können die Giftstoffe auch ins Blumenwasser gelangen.

Und trotzdem ist das Maiglöckchen ein Glücks- und Liebessymbol. Manchmal findet man es sogar in einem Brautstrauß.

Bildunterschrift: Vor der Blüte werden die Blätter des Maiglöckchens mit denen des Bärlauchs verwechselt, der nach Zwiebeln schmeckt und als Gewürzkraut für Brot und Quarkzubereitungen sehr in Mode ist.

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