Die Dellwiger kommen mit Wallfahrtstasche und "Tellermine" als Kopfbedeckung

Per Pilgerzug ging es 1966 nach Kevelaer: Immer dabei ein Knirps und ein gekochtes Ei

0 07.02.2021

DELLWIG: Aus dem Fotoalbum gefischt hat Thomas Münstermann aus Dellwig ein Andenken aus Kindertagen. Er schreib dazu: "8. Mai 1966 war ein kühler Sonntag. Man sieht es an der Kleidung und am ,Knirps', den Tante Klara in der Hand hält. In der Mitte mit dunkler ,Tellermine' auf dem Kopf Oma Defe, Klaras Schwägerin. Oma Gretchen konnte ich als Kleinkind nicht aussprechen. Sie blieb daher bis zu ihrem Tod mit 93 Jahren immer Oma Defe.

Der kleine Thomas trug natürlich, wie das früher üblich war, ab Ostern kurze Hosen. Auch bei der Kevelaer-Wallfahrt der Kirchengemeinden St. Michael und St. Herrmann-Josef. Damals übrigens noch mit Pilger-Sonderzug. Heute undenkbar. Ich erinnere mich übrigens an Schilder der damals noch zahlreich vorhandenen Gaststätten: ,Heisses Wasser 10 Pfennig'. Dort konnten die christgläubigen Pilger ihren mitgebrachten Nescafé einrühren oder einen Teebeutel in mitgebrachte Tassen tunken. Überhaupt die ,Wallfahrtstasche!' hatte es in sich. Sie fasste Kniften in Butterbrotspapier, Erfrischungstücher von 4711, ein gekochtes Ei und die Plastikhaube für auffen Kopp, wenn es mal regnet.

Interessant auch die Dame vorn rechts. Pilgerzettelken im ,Schott'-Messbuch. Das Gotteslob gab es damals noch nicht."

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