Der Indian Summer kneift uns manchmal ein Äugsken

Im Herbst leuchtet der Amberbaum in toller Farbenpracht

0 06.10.2020

Wenn im Herbst die Sonne dann und wann vom Himmel lacht spricht man vom Goldenen Oktober. Birkenblätter färben sich gelb. Der Wilde Wein leuchtet rot. Doch nur wenige Gehölze sind im Herbst von derartiger Farbenpracht wie der Amberbaum (Liquidambar styraciflua).

Im Sommer sind seine zehn bis 15 Zentimeter großen Blätter dunkelgrün und glänzen auf ihrer Oberseite. Unterseits sind sie mattgrün mit feinen Härchen in den Winkeln der Blattadern. Sie sind fünf- bis siebenlappig und erinnern an die des Ahorns. Doch sie sind im Gegensatz zum Ahorn wechselständig, beim Ahorn stehen die Blätter sich paarweise am Zweig gegenüber. In Amerika wird der Amberbaum wegen der Blattform auch manchmal als Seesternbaum bezeichnet.

Das Laub des Amberbaumes färbt sich sehr früh im Herbst gelborange, weinrot oder tiefpurpur, und man könnte meinen, dass der kanadische Herbst (Indian Summer), der für seine Farbenpracht berühmt ist, uns ein Äugsken kneift. Die Farbenpracht des Amberbaums hält mehrere Wochen an und macht ihn zu einem faszinierenden Blickfang.

Nach dem Laubfall rückt seine Rinde ins Blickfeld. Seine Zweige sind häufig mit deutlichen, unregelmäßigen Korkleisten besetzt, und auch diese Rinde sieht sehr attraktiv aus. Und auch die Früchte des Liquidambars bleiben oft bis zum Winter am Baum. Die Früchte sind bis zu drei Zentimeter große, kugelige Kapseln. Die Blüten erscheinen im Mai und sind recht unauffällig. Die männlichen Blüten stehen in endständigen, aufrechten Ähren, weibliche in hängenden, lang gestielten kugeligen Köpfen. Der Amberbaum ist zweihäusig, das heißt es gibt männliche und weibliche Exemplare.

Der botanische Namen des Amberbaums leitet sich ab vom lateinischen liquidus (flüssig) und der Bezeichnung ambra für das wertvolle Balsamharz des Orientalischen Amberbaums (Liquidambar orientalis).

Auch der aus Nordamerika stammende Liquidambar enthält ein duftendes Harz, das in der Medizin Verwendung findet – vor allem bei Krankheiten der Atmungsorgane.

Das Harz wurde von nordamerikanischen Indianern als natürliches Kaugummi verwendet – und bei ihnen heißt der Baum auch Sweet-Gum Tree.

Vor zwei Millionen Jahren waren Amberbäume auch in Europa heimisch. Durch die Eiszeiten sind sie hier – wie die Magnolien und der Ginkgo ausgestorben. Es gab für die Bäume in Europa keine Rückzugsmöglichkeiten in wärmere Gefilde. Die Alpen wirkten als Sperre. In Nordamerika hingegen konnte sich die Vegetation während der Eiszeiten bis weit in den Süden zurückziehen – und später wieder ausdehnen.

Der Amberbaum gilt als besonders widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen und wird deshalb gerne als Stadtbaum angepflanzt. In unseren Breiten wird er etwa 10 bis 20 Meter hoch (in Amerika bis 45 Meter), seine Krone etwa sechs bis 12 Meter breit. Flora

Zu den Bildern

Bild 1: Die Farbenpracht der Herbstfärbung hält lange und macht den Amber zu einem Blickfang. Foto: Andreas Koerner

Bild 2:  Die Form der Laubblätter erinnert an Seesterne genannt. Foto: Andreas Koerner

 

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