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0 12.12.2025
Ach, könnte Monica nur einmal noch auf dem Dachboden ihrer Kindheit herumschnüffeln.
Das war schöne Stunden. In den Kartons mit Briefmarken besah sie sich all die Gestalten aus uralter Zeit, mit und ohne Bart unter der Nase. Was waren das für Männer? Und was musste man tun, um millionenfach abgeleckt und auf einen Brief geklebt zu werden? Besonders angetan hatten Klein-Monica die teuren Marken, die 200 Millionen Mark gekostet hatten. Was mussten wir reich gewesen sein, dass die Schätze einfach unterm Dach lagerten.! In Monicas Sparschwein waren 2,70 DM.
Da gab es Kartons mit alten Modezeitungen und Stoffresten - Muttern war Schneiderin. Zu schade, um sie wegzuwerfen. Mit denen konnte man sich schön verkleiden und große Dame spielen. Und es gab alte Fotos von Oppa. Da staunte Monica nicht schlecht, den alten Mann als jungen Kerl stocksteif aber ohne den - von uns Kindern gefürchteten -Krückstock vor der Kamera posieren zu sehen.
Dass der Dachboden nicht mir allein gehörte, merkte ich, wenn ich Hinterlassenschaften der älteren Brüder fand. "Drei mal kurz gelacht" hießen die Heftchen. Monica blätterte ratlos darin und wusste nicht, was an den Witzen lustig sein sollte. Egal.
War der Speicher nie abgeschlossen, so drückte man vor Weihnachten vergebens die Klinke herunter. Irgendetwas ging vor hinter der Tür. In Monicas Fantasie türmten sich dort Weihnachtsgeschenke, die das Christkind dort abgelegt hatte, damit es Heiligabend schneller mit der Arbeit fertig würde.
Das ist lange her. Der Dachboden wurde zu einer Wohnung umgebaut, die meisten Dinge gingen verschütt. Nur Oppas Familienbild im alten Album, das gibt es noch.
Wenn Sie noch einen Dachboden der Erinnerungen haben, dann steigen Sie doch mal wieder hinauf. Was sich Ihnen dort bietet, das sind Geschichten, die besser sind als jedes Fernsehprogramm zu Weihnachten.
So, bis bald! Monica
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