Das kostet Gehirnschmalz!

0 07.09.2019

Ja, ist denn heute schon Weihnachten? Verzückt blickte Monica im Lebensmittelladen ihrer Wahl auf die ersten Spekulatiusse, Marzipenleckereien, Dominosteine und Printen. Sollich? Kuckt auch keiner? – Hoffentlich hat das keiner gesehen! Ein winziges Tütchen mit klitzekleinen Printen wandert in den Einkaufskorb. Sicherheitshalber lege ich eine Tüte Makkaroni obendrauf. So jetzt kann‘s keiner sehen. Ehrlich, Hand aufs Herz: Ich esse doch jetzt noch keine Weihnachtssüßigkeiten! Ich doch nicht! Die Printen sind für die Rouladen. Sie geben ihnen so eine würzige Note. Echt.
Obwohl: Ein Geschenk hat sich Monica jetzt schon gemacht. Ich weiß gar nicht genau, wie das Dingen heißt. Es ist rund wie eine dicke Wurst und man kann damit Musik hören, wenn man ein entsprechendes Handy hat. Es hat eine Menge Gehirnschmalz gekostet, diese Brüllwurst ans Laufen zu kriegen. Und das ist es, was mich am Altern am meisten aufregt: Immerzu muss man sich mit neuen Technologien beschäftigen, um nicht irgendwann vor dem alten Röhrenradio zu sitzen und es nur noch rauschen zu hören, weil kein Ton mehr diesem alten Kasten entfleugt und das magische Auge auch schon längst blind geworden ist.
Aber jetzt klappt‘s. Ich kann mich gar nicht entscheiden. Was höre ich zuerst? Jau. Eine uralte Scheibe von Lindenberg. „Hermine“, die fand ich damals gut und das ist sie auch heute noch. Also tschüss. Ich bin jetzt anderweitig beschäftigt.
Monica
P.S.: Auf dem Weg zum Lebensmittelgeschäft meines Vertrauens wäre ich beinahe über hochstehende Gehweg-Platten gestolperloppert. Das ist gerade noch mal gut gegangen. Sonst wäre Borbeck zum Land geworden, in dem Eier, Milch und Honig fließen. Also: Obacht an der Otto-Brenner-Straße.

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