Dagegen ist kein Kraut gewachsen

Und von der Pestwurz sollte man besser die Finger lassen

0 30.04.2021

Sie ist nicht unbedingt eine Schönheit und ihr Name keine Zierde: Die Gemeine Pestwurz (Petasites hybridus) blüht meist schon im März an Bachläufen und in Auen. Sie liebt feuchte Füße. In diesem Jahr ist sie etwas später an der Reihe, das Wetter war ihr zu ungemütlich.

Zur äußerlichen Behandlung gegen Geschwüre wurde im antiken Griechenland die frischen Blätter der Pflanze verwendet. Im Mittelalter wurde die Pflanze als Mittel gegen den schwarzen Tod eingesetzt. Klar, gegen die Pest war auch dieses Krazut nicht gewachsen. Wohl aber wurde sie lange Zeit gegen Husten verwendet. Heute gilt die Pestwurz als Mittel bei Migräne, Schmerzen bei Angina pectoris und Unterleibsschmerzen während der Monatsregel und als Mittel gegen Heuschnupfen.

Die Wurzeln der Pestwurz enthalten die Inhaltsstoffe, die schmerzlindernd und entkrampfend wirken sollen.

Doch Vorsicht ist geboten: Die Pflanze enthält auch so genannte Pyrrolizidalkaloide (PA), die schwere Leberschäden verursachen können. Deshalb sollte man unbedingt darauf verzichten, selber Pflanzen oder Pflanzenteile zu sammeln und sich zum Beispiel einen Teeaufguss zu bereiten. Leberkranken wird generell den Verzicht auf Pestwurz-Medikamente empfohlen.

Vertrauen darf man auf Präparate aus der Apotheke, deren Extrakt von den Alkaloiden bereinigt wurde. Also Finger weg, nicht selber pflücken. Es sei denn, man muss mal: Die Pflanze ist nämlich auch als „des Wanderers Toilettenpapier“ bekannt.

Die Pestwurz zählt zu der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae). Ihre Blüten stehen in traubig angeordneten Körbchen. Ihre Zungen- und Röhrenblüten sind schmutzig purpurn bis blassrosa und: wohlriechend. Zur Blütezeit ist die Pflanze noch ohne Blätter, nur mit Blattschuppen am Stängel. Auch das hat sie mit dem Huflattich gemeinsam. Das Foto von Andreas Koerner zeigt schon die ersten, noch recht kleinen Blätter der Pflanze. Ausgewachsen sind die Blätter mindestens so groß wie Rharbarberblätter.

Auf steinigen, kalkhaltigen, feuchten Böden gedeiht die Pestwurz besonders gut. Sie wird zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch und tritt häufig in dichten Beständen auf. Die Samen fliegen, wie man es vom Huflattich oder vom Löwenzahn kennt, an einem Schirmchen vom Wind getragen durch die Luft. flora

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