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0 30.05.2025
„Kornblumenblau ist der Himmel am herrlichen Rheine. Kornblumenblau sind die Augen der Mädchen beim Weine“ heißt es in einem Gassenhauer. In der Tat: Das Blau der Kornblume ist von ungewöhnlicher Strahlkraft. „Cyanidin“ heißt der Farbstoff, der auch Rosen rot und Rotkohl lila färbt. Dass die Kornblume cyan-blau wird, liegt daran, dass die Kornblumenblüten Alumium- und Eisen-Ionen enthalten. Ob das einer der bekanntesten holländischen Maler des Barock, Jan Vermeer van Delft, gewusst hat? Wohl kaum. Dennoch war Kornblumenblau eine seiner Lieblingsfarben. Auch wir lassen jetzt die Chemie beiseite.
Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist, seitdem der Mensch Ackerbau betreibt, ständige Begleiterin von Getreidefeldern. Sie wächst mit Kamille und Klatschmohn meist am Rande von Getreidefeldern, ihr deutscher Name ist daher kaum verwunderlich. Die Kornblume gedeiht aber auch an Schuttplätzen und recht trockenen Standorten.
Mit der Bekämpfung von so genannten Ackerunkräutern wurde die Kornblume seltener. Doch jetzt ist sie wieder häufiger zu sehen. Zum einen, weil es seit einigen Jahren so genannte „Blühstreifen“ an den Äckern gibt, zum andern weil Samen der Kornblume jetzt in vielen Samentütchen zu finden sind, die im Rahmen der Naturgarten-Bewegung Verwendung finden.
Die Kornblume gehört nicht zu den ursprünglich in Mitteleuropa einheimischen Pflanzen. Sie ist vor- oder frühgeschichtlich durch die ersten Ackerbauer in unsere Breiten geraten. Solche Pflanzen nennt man auch Archäophyten. Von den Mittelmeergebieten hat sie sich mit dem Getreideanbau fast über die ganze Erde verbreitet.
Die Kornblume gehört zur Gattung der Flockenblumen, die ihrerseits wieder zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae) gezählt werden. Das ist eine sehr vielfältige Pflanzenfamilie, deren Vertreter alle zusammengesetzte Blüten besitzen, so wie die Sonnenblume, der Löwenzahn und viele andere mehr.
Was so schön hellblau leuchtet, das sind die randlichen Röhrenblüten der Kornblume. Sie sind auffallend vergrößert aber steril, so wie die gelben Röhrenblüten der Sonnenblumen. Ihre Aufgabe ist es, Insekten anzulocken, die die kleineren, bei der Kornblume rotvioletten, dunkleren, so genannten Scheibenblüten bestäuben sollen.
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An ihrem heimischen Standort blüht die Kornblume von Oktober bis Juli. In unseren Breiten meist von Juni bis Oktober. Ein Tipp für Gärtner: Die Blütezeit verlängert sich, wenn man regelmäßig die verblühten Blumen abkneift. |
Zwischen 700 und 1600 seidig-flaumige Samen kann eine Pflanze produzieren, die durch den Wind verbreitet werden. Fünf bis zehn Jahre können Samen im Boden überdauern ohne die Keimfähigkeit zu verlieren.
Die Kornblume ist eine einjährige Sommerpflanze, die entweder als Samen überwintert, dann im Frühjahr keimt und im Herbst desselben Jahres abstirbt oder im Herbst auskeimt, dann als Keimpflänzchen überwintert, im Frühjahr schließlich blüht und danach stirbt.
Zwischen 700 und 1600 seidig-flaumige Samen kann eine Pflanze produzieren, die durch den Wind verbreitet werden. Fünf bis zehn Jahre können Samen im Boden überdauern ohne die Keimfähigkeit zu verlieren.
Echte Kamille und Kornblumen gedeihen an einem Feld in Schweden. Foto: flora
Nicht himmelblau, sondern kornblumenblau leuchten die filigranen Blüten Centaurea cyanus. Foto: flora
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