Bei Gefahr macht er auf Skorpion

Schwarzer Moderkäfer ist ein nützlicher Gast im Garten

1 08.09.2019

Das ist kein süßer Käfer. Mit seinen zangenartigen Kiefern kann der Schwarze Moderkäfer kräftig zubeißen. Das kann man am eigenen Finger erfahren, wenn man mit bloßen Händen im Kompost herumwühlt. Dennoch ist Ocypus olens, zu deutsch der „Stinkende Schnellfüßer" ein gern gesehener Gast im heimischen Garten. Seine Leibspeise ist nämlich Nacktschnecke.

Der Schwarze Moderkäfer gehört zur Familie der Kurzflügler. Er ist die größte Art unter den europäischen Kurzflüglern. Das bedeutet nicht, dass der etwa zwei bis drei Zentimeter große, längliche Käfer nicht fliegen kann. Er kann es durchaus. Die starren Vorderflügel sind recht kurz und lassen etwa zwei Drittel des Hinterleibes frei. Kunstvoll zusammengefaltet ruhen die häutigen, recht großen Hinterflügel unter den Deckflügeln, wenn gerade nicht geflogen wird. Kommt es drauf an, können sie rasch entfaltet werden.

Der Käfer ist tief schwarz und ohne Glanz. Nimmt man ihn unter die Lupe, sieht man, dass das Insekt äußerst dicht, fein punktiert und behaart ist.

Die Fühler sind länger als der Kopf, der Kopf ist so breit oder etwas breiter als der Halsschild, der Halsschild ist wenig schmaler als die Flügeldecken. Sieben Hinterleibssegmente zählt der Käfer; daran kann man Weibchen und Männchen unterscheiden. Beim Männchen ist das siebente untere Hinterleibssegment in der Mitte „ausgerandet“, d.h. es gibt eine kleine Einbuchtung.

„Moderkäfer“: Der Name lässt darauf schließen, dass das Insekt entweder lebt, wo es modrig ist, oder gerne Moder zu sich nimmt. Oder beides. In der Tat: Der Schwarze Moderkäfer bevorzugt feuchte Gegenden, wo er sich tags unter Moos oder Steinen verbirgt. Nachts zieht er los und jagt wirbellose Tiere wie Regenwürmer, Nacktschnecken oder wenn eine kleinere Portion gefragt ist: Asseln. Aber auch Aas findet er appetitlich, der Moderkäfer, und so kann man ihn gelegentlich beim Zerlegen toter Mäuse beobachten. Seine Larven haben Ähnliches auf ihrem Speisezettel.

Einen tollen Trick hat der Käfer auf Lager. Weil seine Deckflügel so kurz sind, ist sein Hinterleib recht gelenkig. Fühlt er sich bedrängt, richtet er seinen Hinterkörper so auf, wie man es von einem drohenden Skorpion kennt. Doch keine Bange: Er hat keinen Stachel und sondert nur ein übelriechendes Sekret ab.

Und trotzdem kommen sich Käferfrau und Käfermann auch näher. Zwei, drei Wochen nach der ersten Paarung – meist im Herbst – legt das Weibchen Eier ins kühle, feuchte Moos oder unters Laub. Sie sind recht groß: Etwa vier Millimeter lang, weiß und mit einem dunklen Band. Rund 30 Tage vergehen, bis die weißen Larven schlüpfen. Sie graben sich mit ihren Kieferklauen Höhlen ins Erdreich und warten dort auf Würmer, Schnecken etc. Sie fressen und wachsen, fressen und wachsen, fressen und wachsen und sind am Ende bis zu 26 Millimeter lang. Das machen sie 150 Tage lang, dann verpuppen sie sich und nach weiteren 35 Tagen ist der Käfer fast komplett. Es braucht noch ein paar Stündchen, bis die Flügel ordentlich unter Dach und Fach gebracht sind.

Ein, zwei Winter können die erwachsenen Tiere überleben, die einen halten in ihren Erdhöhlen einen Winterschlaf, die anderen bleiben aktiv. Danach hat es sich ausgemodert für die Käfer.

Zum Bild: Was dieser Käfer auf der Straße suchte, wird man nicht erfahren. Normalerweise lieben es Schwarze Moderkäfer feucht und kühl. Foto: flora

 

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Kommentare

Kommentar von Birgit |

Hallo,ich habe innerhalb zwei Tagen,2 schwarze Moderkäfer im Haus gehabt,und finde es Recht eklig und auch sonderbar,wo diese Artgenossen urplötzlich herkommen.Ich wohne im Waldgebiet,Moor ?? Oder können sie auch im Feuerholz stecken,was ich seit 3 Tagen im Haus habe? Für Antworten wäre ich dankbar....lg

Liebe Birgit, Sie liefern die Antwort frei Haus: Moderkäfer leben im Totholz und ernähren sich dort von winzigen Pilzsporen und Schimmelpilzen. Der Käfer beeindruckt durch seine Größe - ist aber nicht schädlich. Sie haben die Tiere vermutlich ins Haus gebracht. Einfach vor die Türe setzen und gut ist. Herzliche Grüße Susanne Hölter P.S.: Schauen Sie nach, ob das Holz trocken gelagert ist. Nicht, dass es in Ihrem Haus modert.

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