Aus Brasilien auf die Fensterbank

Weihnachtskakteen blühen farbenprächtig im Winter

0 23.12.2022

Sie sind eine willkommene Abwechslung im Winter auf der heimischen Fensterbank. Wenn es draußen grau und trist ist, blühen die Weihnachtskakteen rot, rosa, orange oder sogar weiß. Urmutter der Weihnachtskakteen ist aber die rot blühende Wildart „Schlumbergera truncata“. Aus ihr wurden zahlreiche Sorten gezüchtet. Mit dem lateinischen Namen der Kakteenart wird übrigens der französische Kakteensammler Frédéric Schlumberger (1823 – 1893) geehrt.

Schlumbergera-Kakteen wachsen in ihrem natürlichen Lebensraum, den tropischen Küstenwäldern Brasiliens, oft als Epiphyten, also als Aufsitzerpflanzen hoch oben in den Baumkronen. Das ist schlau. So verfügen sie über mehr Licht. Sie zapfen aber den Bäumen keine Nährstoffe ab, sind also keine Parasiten, wie zum Beispiel die Misteln. Sie wurzeln im Moos oder in lockerem pflanzlichen Substrat, das sich auf den Ästen ansammelt. Manchmal reichen ihre Wurzel auch bis in die äußere Rinde. Das beeinträchtigt die Bäume aber nicht.

Weihnachtskakteen werden auch „Blattkakteen“ genannt, weil ihre platten, breiten Triebe einem Blatt ähnlich sehen.

Die attraktiven Blüten von Schlumbergera truncata sind recht groß: 6,5 bis 8 Zentimeter lang und 4 bis 6 Zentimeter „breit“. Die Blütenröhre wird bis zu vier Zentimeter lang. Die Blütenform scheint bizarr. Die Blüten sind zipfelig, haben nur eine Symetrieebene, der Botaniker nennt dies „zygomorph“. Jede einzelne Blüte ist in ihrer Gesamtheit leicht geknickt, und die unteren Blütenblätter sind so gebogen, dass Kolibris bequem im schwirrenden Flug mit dem Schnabel Stempel und Staubgefäße erreichen können. Auch das macht es den kleinen Vögeln leichter: Stempel und Staubgefäße ragen hervor.

Die Pflanze bildet kleine beerenartige Früchte heraus, die bis einen Durchmesser von bis zu einem Millimeter haben.

Kein Glück mit Schlumbergera auf der Fensterbank? Dann hier ein paar Tipps von Kakteenfreunden: Der Weihnachtskaktus mag am liebsten einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne. Morgen- und Abendsonne verträgt er gut. Das Kaktus gedeiht in durchlässiger humoser Erde.
Im Sommer kann man ihn in den Garten oder auf den Balkon stellen. Dort bekommt er im Spätsommer auch die Kälte, die die Knospenbildung einleitet. Allerdings: Sobald es unter zehn Grad warm ist, muss der Weihnachtskaktus ins Haus oder in den Wintergarten.

Bildet der Weihnachtskaktus Knospen, darf man ihn nicht mehr an einen anderen Ort stellen. Das nimmt er krumm und wirft die Knospen ab. Bis zu drei Wochen kann man Freude haben an dem blühenden Kaktus. Die einzelne Blüte hält vier bis sieben Tage. Die Blüten öffnen sich nach und nach und so hat man lange Freude. Manchmal ist sogar eine zweite und dritte Blüte möglich.
Nach der Blüte braucht die Pflanze ein paar Wochen Ruhe und sollte dann kühl und trocken stehen. Gegossen wird wieder, wenn sich neue Triebe bilden. Aber bloß nicht zu viel! Bei Staunässe faulen die Wurzeln.

Übrigens: Der Weihnachtskaktus hat einen nahen Verwandten. Der Osterkaktus (Hatiora) blüht von März bis Mai.

Zum Bild: Schade! Die im brasilianischen Orgelgebirge vorkommenden Wildarten von Schlumbergera sind in ihrem Bestand gefährdet. Das Bild zeigt ein Exemplar aus dem Blumenhandel. Foto: flora

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