Auf Krawall gebürstet

Waldbrettspiel vertreibt andere Falter aus seinem Revier

0 05.08.2022

Mit ausgebreiteten Flügeln sonnt sich dieser Schmetterling auf dem Blatt einer Weinrebe. Das „Waldbrettspiel“ lebt bevorzugt im Wald, sofern dieser licht und warm ist. Dort sucht es sich ein sonniges Plätzchen und breitet die Flügel aus.

Der große Tagfalter (Flügelspannweite bis zu 45 mm) gehört zur Familie der Edelfalter, wie zum Beispiel das Tagpfauenauge.

Die braune Farbe und die Zeichnung seiner Flügel dienen zur Tarnung. Hockt er auf dem Waldboden (und nicht auf dem frischen Grün einer Weinrebe) ist er kaum zu sehen. Auf der mittelbraunen Grundfarbe sieht man gelbliche Flecken und die für die Familie typischen Augenflecken, die einen weißen Punkt in der Mitte haben.

Besonders hübsch: Der weiße Saum der Flügel, der mit seinen kleinen, braunen Unterbrechungen, den welligen Rand der Flügel betont.

Die Flügelunterseiten der Vorderflügel haben an derselben Stelle wie die Oberseiten einen Augenfleck. Die Hinterflügel-Augenflecken auf der Unterseite wirken eher ein wenig verwaschen.

Auf zwei Generationen bringen es die Falter pro Jahr: Etwa Mitte April beginnt die Flugzeit der ersten Generation, sie dauert bis Anfang Juni. Von Juli bis Mitte September fliegt die zweite Generation.

Wer sich für Raupen interessiert: Die Raupen sind gelbgrün mit einem dunkelgrünen Streifen mit weißem Rand auf dem Rücken und Längsstreifen an den Flanken. Der Kopf älterer Raupen setzt sich farblich kaum vom Körper ab, bei jungen Raupen ist er hingegen fast schwarz. Ältere Raupen tragen hinten eine weißlich gefärbte Schwanzgabel, die bei jungen Raupen noch nicht ausgeprägt ist. Bis etwa 27 Millimeter wird eine Raupe lang.
Raupen des Waldbrettspiels lassen sich von September bis in den April des folgenden Jahres sowie im Juni beobachten. Das Waldbrettspiel überwintert als Raupe oder als Puppe.

Auf dem Speisezettel der Raupen stehen zahlreiche verschiedene Gräser. Nur selten kann man die Falter auf Blüten beobachten. Sie schnabulieren Saft von reifem Obst, trinken aus Pfützen oder bedienen sich an austretenden Baumsäften.

Kaum zu glauben: Männliche Waldbrettspiele sind auf Krawall gebürstet. Sie sind sehr territorial. Von hoher Warte aus behalten sie ihre Umgebung im Auge. Wagt ein anderes Männchen sich zu nähern, wird es sofort verfolgt und vertrieben. Aber auch Schmetterlinge anderer Arten werden nicht unbedingt im Revier geduldet.

Zum Bild: Das Waldbrettspiel beim Sonnenbad. Foto: flora

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