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0 20.02.2026
Wenn Sie mal bei diesem Wetter in einem leidlich geheizten Raum sitzen und ein kostenloses, alkoholfreies Kaltgetränk probieren wollen - und ein paar Stunden Zeit übrig haben - dann empfiehlt Monica den Besuch einer Scheideanstalt. Praktisch wäre auch, wenn Sie über genügend Kleingeld verfügten, um dort ein paar Gramm Gold zu erwerben oder - im Falle Monicas - einen Schuhkarton voller Tafelsilber dabei haben, von dem sie sich trennen wollen.
Sie wissen schon: Mit Silberlöffeln darf man keine Eier essen! Das schmeckt nicht, und man muss anschließend das Silber wieder polieren. In Familien, in denen das Auflegen von Tafelsilber sonntags zum guten Ton gehörte, wusste die kluge Hausfrau, wie man Silber wieder blank bekam - und zwar bis in die letzte Pore. Man packte das oxidierte Edelmetall in Alufolie eingewickelt in einen Topf, gab eine Handvoll Kochsalz hinzu, erwärmte das Ganze auf dem Herd und öffnete flugs das Fenster. Die Angelegnheit stank nämlich erbärmlich nach faulen Eiern. Zusammengenommen sind dies gute Gründe, Silber zu versilbern. Doch das nur am Rande.
Monica saß also - in Begleitung - und nachdem sie eine Wartenummer gezogen hatte - mit ihrem Schuhkarton voller von Onkel oder Tante geerbter Gabeln etc. und ein paar Goldzähnen in der Hosentasche (gesammelte Werke) im Warteraum zur Scheideanstalt. Was hinter der dicken Sicherheitstür vor sich ging, das konnte man kaum erahnen. Rund 13 Personen warteten schon und waren auch vorher dran. Einige hatten Taschen dabei andere nicht. Offenbar wollten die einen verkaufen, die anderen kaufen. Einzeln bat man die (Ver)Käufer herein. Die zwei Stunden Wartezeit wurden lang. Doch im Gegensatz zum Wartezimmer beim Arzt, verlor hier niemand die Geduld. Schweigsam saß man beisammen und wartete, dass die Türe geöffnet wurde.
Es wurde gewogen und getestet. Und dann das Resultat: Für den gefüllten Schuhkarton gab es übrigens tatsächlich ein erkleckliches Sümmchen.
Eine Finanzspritze für den nächsten Urlaub.
Bis bald
Ihre und Eure Monica
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